Amerikanische Konzerne haben den 49. Staat der USA entdeckt: Alaska. Im Januar 1968 wurde die "Atlantic Richfield Co." zum erstenmal in der Nähe der Prudhoe Bay im Norden Alaskas fündig. Als im Sommer vorigen Jahres, zehn Kilometer weiter, aus einer zweiten Quelle Öl sprudelte, stand es für die Experten fest: Unter dem Eis von Alaska liegt eines der größten Erdölvorkommen der Welt, wahrscheinlich das größte überhaupt.

Mitte März dieses Jahres teilte die "British Petroleum" (BP) mit, daß sie die dritte Ölquelle entdeckt hat.

Neben BP und Atlantic Richfield haben unter anderem Mobil Oil, Standard Oil of California, Texaco und Pan American Oil Konzessionen erworben, um auf jeden Fall dabeizusein.

Erweisen sich nämlich die Ölvorkommen als so gewaltig, wie das auf Grund der günstigen geologischen Struktur zu vermuten ist, dann wird Alaska den internationalen Ölmarkt verändern.

Während die Folgen für die einzelnen Firmen noch nicht abzusehen sind, verbindet die BP sehr konkrete Vorstellungen und Hoffnungen mit ihrem Engagement in Alaska. Die Briten sind fest entschlossen, auf dem amerikanischen Benzinmarkt Fuß zu fassen.

Für 400 Millionen Dollar erwarben sie jüngst von der "Sinclair Oil Corp." 10 500 Tankstellen, zwei Raffinerien, Tankschiffe sowie Anteile an einer Pipe-Knie. Alaska liefert das Rohöl für den Vorstoß auf den amerikanischen Markt.

1972, so erwartet man, werden, die ersten Öllieferungen aus Alaska in den USA eintreffen. Bis dahin gilt es, die Probleme zu lösen, die das arktische Klima bereitet.