Datenbrücke verbindet Garching mit Karlsruhe

Von Erwin Lausch

Gut 25 Millionen Mark wendete das Institut für Plasmaphysik der Max-Planck-Gesellschaft in Garching bei München für ihr neuestes Forschungsgerät auf: für ein Hochleistungs-Computersystem. Es handelt sich um die größte und fleißigste Datenverarbeitungsanlage in Europa (eine ähnliche Anlage in Frankreich ist noch nicht betriebsfähig).

Die Neuerwerbung, so jubelten das Institut für Plasmaphysik und die Lieferfirma IBM Deutschland in einer gemeinsam herausgegebenen Presseinformation, "eröffnet der deutschen Forschung eine neue Größenordnung der Computeranwendung und sichert ihr den Anschluß an das internationale Niveau".

Ende vorletzter Woche machten Käufer und Verkäufer des Millionenobjekts "die Öffentlichkeit" – sprich: Presse – mit der neuen Rechenanlage und ihren Aufgaben bekannt. "Wir haben das Gefühl", erklärte Professor Dr. Arnulf Schlüter, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Plasmaphysik, "daß wir uns verantworten müssen."

Denn: "Wir glauben, daß die Öffentlichkeit, aus deren Steuermitteln letzten Endes diese Investition finanziert wird, einen Anspruch darauf hat zu erfahren, warum wir und unsere Geldgeber der Ansicht sind, daß diese Anschaffung erforderlich war, und welchen Nutzen sie haben soll."

Das Institut für Plasmaphysik in Garching war bereits vor Installation des Computers Superlativen nahe. Mit rund tausend Mitarbeitern – darunter 200 Wissenschaftlern und Ingenieuren – ist es eines der größten deutschen Forschungsinstitute, auf seinem speziellen Fachgebiet eines der größten der Welt. Der Institutskomplex am nördlichen Stadtrand, von München erinnert eher an eine Industrieanlage als an eine Stätte der Wissenschaft. Der Jahresetat für 1969 beträgt 54 Millionen Mark. Für 1970 sind bereits 64 Millionen Mark vorgesehen.