Von Walter Leopold

Selbst der bescheidenste Swimmingpool ist sichtbarer und infolgedessen prestige-trächtiger als eine Sauna-Anlage im Keller. Dennoch wächst die Zahl der Menschen, die sie um keinen Preis gegen ein Bad vor der Haustür eintauschen würden. Sie schwören auf die Sauna als "Umwälzanlage" sämtlicher körperlichen Säfte.

Populär wurde die skandinavische Art, sich schwitzend zu erfrischen, erst in den letzten Jahren. Ihr indirekter Markthelfer, wurde die textilferne Welle in der deutschen Illustriertenpresse. Ihr konnte man nirgends besser frönen – und noch dazu mit dem moralträchtigen Hinweis auf die Gesundheit – als durch die obligaten Sauna-Photos. Erschwingliche Angebote öffneten den Schwitzkasten auch für den Durchschnittsbürger.

Die Sauna-Angebote beginnen heute bereits bei 1500 Mark. Wie überall, so ist auch hier die billigste Lösung keinesfalls immer die rentabelste. Den deutschen Saunamarkt teilen sich etwa 20 bis 100 Herstellerfirmen und Importeure. Experten betonen, daß davon gewiß nur 15 über nennenswerte Marktanteile verfügen.

Die Kapazität reicht von einer Jahresproduktion von 150 bis zu mehr als 1000 Sauna-Anlagen pro Firma. Für den größten Hersteller werden ein Umsatz von 4 bis 5 Millionen Mark und eine Belegschaft von rund hundert Personen angegeben.

Man schätzt, daß in der Bundesrepublik bisher 20 000 bis 80 000 Privat-Sauna-Bäder installiert wurden. Hinzu kommen rund 2500 öffentliche Saunen, die monatlich weit über 2,5 Millionen Besucher zählen.

Diese Besucher öffentlicher Schwitzbäder sind die Kundenhoffnung der Saunaverkäufer, Schon heute sprechen die fünfzehn Saunahersteller, die wir befragten, von Zuwachsraten, die 1969 zwischen 10 und 35 Prozent liegen sollen. Das läßt aufhorchen.