Mein Hund heißt Bessie. Er hieß schon so, als ich ihn bekam. Er hat die Angewohnheiten eines Boxers und die Figur, nur die Schnauze ist länger.

Bessie bellt nicht in der Wohnung und schnuppert selten im Treppenhaus. Bessie bellt erst, wenn sie auf der Straße ist, und muß dann immer gleich austreten. "Ihr Hund bellt stets beim Verlassen des Hauses", bemängelte der neue Hauswirt plötzlich, "er bellt aus Leibeskräften, er bellt ganz verzweifelt; das Tier tut mir leid. Ich dulde keine Hundehaltung mehr in meinem Haus wie der Vorbesitzer, und in Ihrem Mietvertrag steht auch nichts davon."

Nach vierzehn Tagen erhielt ich die Kündigung. Mein Anwalt sagte: Wären Sie mit Ihrem Hund mindestens sechs Jahre hindurch Mieter, und die Nachbarn würden sein einwandfreies Verhalten schriftlich wie folgt bezeugen: Der Hund des Herrn W. hat noch niemanden belästigt oder behindert, dann könnte man vor Gericht das Gewohnheitsrecht geltend machen. In Ihrem Fall jedoch ... Ersparen Sie sich jeden weiteren Ärger und ziehen Sie aus. Bessie ist aber wirklich ein schöner Name."

Ich ging zu einem Hausmakler; im Auftrage einer Wohnungsbaugesellschaft sorgte er für die Vermietungen von Zwei- und Dreizimmerwohnungen in einem achtstöckigen Neubau mit Tiefgaragen, Kinderspielplätzen und Grünstreifen. Er hatte noch eine Zweizimmerwohnung frei. "Sie ist den Leuten zu dunkel", klagte er, "und das Schlafzimmer befindet sich direkt über der Garageneinfahrt. Deshalb geben wir sie besonders preiswert ab."

"Ich bringe einen Hund mit", warf ich ein, "er ist eine Art Boxer und bellt nur auf der Straße. Ich übernehme jegliche Garantie für sein Wohlverhalten."

"Dann hätte ich die Wohnung inzwischen längst vermieten können. Ein Interessent behauptete sogar: "Die Haltung eines Hundes gehört mit zur persönlichen Entfaltung eines Menschen, und ein älteres Ehepaar sprach abwechselnd mit seinem Dackel und mit mir. Von Selbstmord war auch die Rede. Doch ich muß mich an die Richtlinien der Verwaltung halten. Und es geht um die Kinder. Ihr Hund wird auf den Kinderspielplätzen seinen Spaß haben, und die Kinder werden ihn anfassen; Sie sagen, daß sie einen Boxer haben, denen hängt der Speichel aus der Schnauze."

"Ist Bessie eigentlich schlanker geworden?", fragten mich die Nachbarn, und die Hauswartsfrau sagte: "Das zehrt."