Rund 4,6 Milliarden Mark setzte der Welt größtes Chemieunternehmen, die Du Pont de Nemours & Company, Wilmington/Delaware, im, vergangenen Jahr allein auf dem Chemiefasersektor um. Damit stieg der Anteil dieser Sparte am Gesamtumsatz des Unternehmens, der sich 1968 von 12,3 auf 13,8 Milliarden Mark erhöhte, von 30 auf 33 Prozent. In Europa, wo Du Pont 13 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften unterhält, nahm der Umsatz um 22 Prozent, weltweit um 12 Prozent zu.

Wie stark der amerikanische Chemiegigant gerade auf die synthetischen Fasern setzt, zeigte sich auch bei der Einweihung des Faserwerks Uentrop der DuPontde Nemours (Deutschland) GmbH im Landkreis Unna. Mit einer Investition von 400 Millionen Mark ist es, wie Du-Pont-Präsident Charles McCoy erklärte, die größte Kapitalanlage, die je für ein einzelnes Werk außerhalb der Vereinigten Staaten ausgegeben wurde. Insgesamt hat Du Pont in Europa bisher rund zwei Milliarden Mark investiert, davon 800 Millionen für Chemiefasern.

In das Werk Uentrop, das eine Jahreskapazität von 45 000 Tonnen (60 Prozent Polyesterfaser Dacron und 40 Prozent Nylon) hat, sollen 1969 weitere 40 Millionen und 1970 noch einmal 80 Millionen Mark investiert werden. Bereits im laufenden Jahr soll das Werk Uentrop 350 bis 400 Millionen Mark zum Du-Pont-Umsatz beitragen.

Schon 1970 – nur zweieinhalb Jahre nach dem Anlaufen der Produktion – soll das Werk, das nach seinem Ausbau rund 2200 Mitarbeiter beschäftigen wird, wie J. Robert Emmery, Verkaufsdirektor für Europa, mitteilte, die Anlaufsverluste hinter sich haben und zur Du-Pont-Dividende beitragen. Diese betrug 1968 5,50 Dollar je Aktie gegen 5 Dollar im Vorjahr. Der Ertrag je Aktie stieg 1968 um 19 Prozent auf 7.82 Dollar. Du Pont hat damit zum erstenmal den Rückgang der Gewinne, der 1966 als Folge des harten Wettbewerbs auf dem Weltmarkt für Chemiefasern eingesetzt hatte, wieder in einen Aufwärtstrend umwandeln können. In diesem Jahr dürfte sich diese Tendenz fortsetzen: Firmenanalytiker in Wallstreet erwarten ein Ansteigen des Gewinns auf 8.40 Dollar je Aktie. mh