Geldwechsel: Eine Drachme = 13 Pfennig.

Ein Mietwagen kostet für einen Tag mit Benzin 300 Drachmen, etwa 40 Mark.

Fahrrad: Es ist das Fortbewegungsmittel der Einheimischen und Fremden im Städtchen Kos und in der Ebene rundum. Miete für einen Tag kostet 15 Drachmen. Man muß darauf achten, daß man das Rad am Abend rechtzeitig wieder los wird, sonst verlangen die geschäftstüchtigen Verleiher auch noch die Miete für den nächsten Tag.

Mit Griechen kann man sich in vielen Sprachen verständigen, und oft auch ohne Worte. Auf Kos sprechen viele Leute noch Italienisch. Und viele ehemalige Gastarbeiter Deutsch. Ihre Geschichten aus Deutschland fixieren sich an einzelnen Menschen in Hamburg oder Stuttgart, Karl oder Wilhelm, die freundlich zu ihnen waren.

Auch mein Fahrer sprach Italienisch. Ich kramte ein paar Worte zusammen, er verstand sie und lachte. Er brachte mich in das reichste Dorf an einem Befghang: Asfendiou. Die Vegetation ist üppig. Oliven, dann Pinien, Platanen, Eukalyptus- und Gummibäume, Weinterrassen, Tomatenfelder. Hinter der weißgetünchten Terrasse des Kafeneion kletterten wir den Bergpfad hinauf zur Kirche des Oberdorfes auf einer natürlichen Terrasse. Auf dem Plätzchen zwischen der Kirche und der Kneipe und ein paar Häusern – die Farben Weiß und Blau im Schatten – saßen zwei Musikanten. Ein Fest. Die Männer tanzten gazellenleicht und versunken. Die Frauen hockten an den Mauern. Der Pfarrer, von allen "Pappa" genannt, lud uns ein, mitzufeiern, mitzutanzen. Ein Tisch wurde zurechtgerückt, Wein, Eier, Oliven aufgetischt. Wie es ans Bezahlen ging, herrschte peinliches Schweigen. Kopfschütteln. Abwehr. Schließlich wurde eine Spende für die Kirche angeregt.

Ich will noch hinauf nach Paläo Pily hinter dem Dorf Amaniou in die Bergeinsamkeit eines kleinen mittelalterlichen Kastros. Die byzantinische Festung wurde von Kreuzfahrern erneuert. In den drei kleinen byzantinischen Kirchen sind noch Fresken aus dem 15. Jahrhundert erhalten, am besten in der Haghios Nikolaos. Wir steigen ein paar Stufen in das Tonnengewölbe hinab. Dunkelheit und Kühle empfangen uns. Es duftet nach Weihrauch. Der Fahrer, der mich begleitet hat, bekreuzigt sich und steckt das Ewige Licht an, das ausgegangen war. Der Aufstieg über Geröllhalden und Ziegenpfade, Sprünge über Rinnsale und Kletterpartien, war beschwerlich. Später saßen wir an einem Wasserfall im Schutz der Panaghia, der Kirche der Mutter Gottes. Überall rundum ragen Zinnen und Mauerreste des Kastros auf, eine fleißige Gigantenarbeit aus Felsgestein in vollständiger Mimikri. Schildkröten rumpelten über die Steine, ein Bergmädchen, das uns den Weg gewiesen hatte, war in ihrer Hütte noch oberhalb des Kastros angelangt und winkte. Der Fahrer rupfte duftende Kräuter und Blumen und nannte phantastisch fremde Namen für Pfefferminz und Wermut.

Hier oben und in der abgelegenen dramatischen Bucht von Kephalos, einem Bergdorf, 43 Kilometer von der Inselhauptstadt entfernt, in der die Strömung gurgelt, sind Welt und Alltag weit entfernt, Probleme und Sorgen schmelzen und zergehen. Man betrachtet Pflanzen, Steine oder Schildkröten. Menschenleer der weite, weiße Sandstrand. Kein Fernsehen, keine Nachrichten, kein Klatsch. Die bukolische Stunde schlägt.