Von Ben Witter

Da redeten im Café Maxburg vier Jugoslawen über den Mord an ihrem Landsmann, dem Journalisten Ratko Obradovic, der vor zwei Stunden auf dem Nordfriedhof beerdigt worden war. Aber sie sahen nicht so aus, als wären sie dort gewesen; einer trug ein braunes Sakko und grüne Hosen. Ich sagte: "Und acht Tage vorher, am 9. April, wurde Mirko Curie umgebracht. Er öffnete eine Tüte, die dann explodierte."

"Das war genau ein Tag vor der Wiederkehr der Ausrufung der Republik Kroatien", wandte sich der Jugoslawe in der grünen Hose an mich, "zuerst behauptete die Polizei, es könnte auch ein Betriebsunfall gewesen sein."

"Und der Mörder von Obradovic", hielt ich ihm entgegen, "wollte ganz sichergehen, er schoß fünfmal und traf Brust, Hals und Kopf. Aber man weiß noch nicht einmal, mit welcher Pistole er geschossen hat."

"Der Ratko Obradovic war Serbe", schaltete sich der Älteste am Tisch ein. Er blickte auf seine Armbanduhr, eine teure Uhr, und erhob sich. Der Jugoslawe in den grünen Hosen bekam ein Zeichen, sitzen zu bleiben, und fragte, ob ich mehr über Obradovic wisse.

"Was hört man nicht alles", erwiderte ich, "Sie wissen bestimmt mehr!"

"Ich weiß, daß am 26. November vergangenen Jahres drei Landsleute in unserem Büro erschossen wurden. Wir sind Kroaten und bekämpfen zusammen mit den Serben den Kommunismus. Das eint uns, sonst nichts. Ich bin Student."