Ein Kritiker hat behauptet, die Größe der zukünftigen Fernseher werde nur durch die Abmessungen der Hauseingänge begrenzt. Die japanische Firma Matsushita kann bereits heute, im Prinzip beliebig große Empfänger herstellen und diese auch durch kleine Türen bugsieren. Das von Masami Yoshiyama entwickelte Gerät enthält nämlich keine der so schwierig herzustellenden Vakuum-Bildröhren, auch gibt es weder Ablenkspulen noch Hochspannung.

Ein Prototyp wurde vor kurzem vorgeführt. Er besteht aus einer flachen, senkrecht stehenden Platte, deren Bildfläche dem einer konventionellen 35 cm Röhre entspricht. Die Neuheit liegt darin, daß das Bild nicht mehr mit Hilfe eines Elektronenstrahls dargestellt wird, sondern durch das Aufleuchten von Rasterpunkten durch Elektrolumineszenz.

Eine Zinksulfidschicht ist auf Vorder- und Rückseite mit waagerechten beziehungsweise senkrechten Streifenelektroden bedeckt. Die dem Beschauer zugekehrten Elektroden sind durchsichtig. Wird ein kurzer elektrischer Spannungsimpuls gleichzeitig in eine horizontale und in eine vertikale Elektrode geschickt, so leuchtet das Zinksulfid dort auf, wo sich die Elektroden kreuzen.

Wie beim herkömmlichen Fernsehen kann mit dieser Methode ein Bild punktweise zusammengesetzt werden. Noch läßt die Bildqualität zu wünschen übrig. Die 52 900 Bildpunkte – jeder ist ein mal einhalb Millimeter groß ergeben ein zu grobkörniges Raster. Auch die Helligkeit muß noch gesteigert werden, doch das läßt sich vermutlich durch selenhaltige Leuchtstoffe erreichen.

An eine Serienproduktion denkt die Firma im Augenblick noch nicht. Die Vorteile sind allerdings so groß, daß dieses Prinzip sich früher oder später durchsetzen wird: keine empfindliche Bildröhre, volltransistorisiert, ohne gefährliche Hochspannung, Leistungsaufnahme nur 100 Watt. Die Zahl der Bildpunkte kann beliebig vergrößert werden, auch läßt sich ein großer Schirm aus mehreren kleinen zusammensetzen. Man hängt sie einfach nebeneinander an die Wand. H. B.