chr. Bonn, im Mai

Die Präsidenten der Forschungsgemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Rektorenkonferenz sehen schlimme Gefahren für die Hochschulforschung heraufziehen. Sie glauben, daß die zur Debatte stehenden Entwürfe zur Reform der Universitäten weit über die notwendige Korrektur der bestehenden Mißstände hinausgehen. Sie fürchten vor allem Eingriffe des Staates und zu große Mitspracherechte derer, die an der Forschung nicht unmittelbar beteiligt sind. Sie prophezeien die Abwanderung der Gelehrten an hochschulfreie Institute und das Ende der Forschung an den Universitäten.

Tatsächlich bieten einige Entwürfe die Möglichkeit, den Forschern dreinzureden. Doch wenn die drei Präsidenten erst jetzt die Alarmglocke läuten, dann verkennen sie, daß Staat und Öffentlichkeit inzwischen so gut wie jede Hoffnung verloren hatten, die Universitäten könnten sich aus sich selbst heraus wirksam reformieren.

Ein Klima des Vertrauens und der Gelassenheit, heißt es in der Erklärung der drei Präsidenten, müsse wiederhergestellt und geschützt werden. Indes, wer hat durch Zögern und Zaudern dazu beigetragen, daß dieses Klima zerstört worden ist? Sooft die Hochschulen sich jetzt beklagen, sooft klagen sie damit auch sich selber an.