Beim Börsenrennen ging im April 1969 die Hamborner Bergbau-Aktie mit einem Kursgewinn von 15,8 Prozent als erste durch das Ziel. Zweiter Gewinner war Harpener Bergbau mit einem Plus von 11,9 Prozent, das übrige Feld weit hinter sich lassend.

In Börsenzeiten mit uneinheitlicher Tendenz und insbesondere bei Währungsunruhen haben Werte mit hoher Substanz Vorrang. Deshalb wurden wieder einmal die Kohlewerte entdeckt. Während die Hamborner Bergbau AG sich bereits zum Beitritt zur Ruhrkohlen-Einheitsgesellschaft entschlossen hat, erklärte sich die in französischer Mehrheit (Sidechar) befindliche Harpener Bergbau AG bisher nur grundsätzlich zum Beitritt bereit. Die Spekulation zielt auf den wertvollen, in der Bilanz nur sehr niedrig bewerteten Grundbesitz dieser Gesellschaften, der nach einer Übertragung des Bergbauvermögens übrig bleibt.

Die Autowerte haben in diesem Monat wegen der Gespräche über eine DM-Aufwertung Kursverluste hinnehmen müssen. Das gilt nicht für die Daimler-Aktie, die mit einer Kurssteigerung von fünf Prozent den dritten Rang einnahm. Die günstigen Produktions- und Absatzzahlen in der Autoindustrie vom März, die Annahme, daß Daimler von einer Aufwertung der DM nicht so stark betroffen werden würde wie andere Gesellschaften, und die Spekulation um die Ausgabe von Berichtigungsaktien dürften Anlaß für die erhöhte Nachfrage gewesen sein.

Die Enttäuschung darüber, daß die Lufthansa im Geschäftsjahr 1968 nicht besser als 1967 abgeschnitten hat, und die Bekanntgabe, daß bisher noch nicht darüber entschieden worden ist, ob die Privataktionäre künftig mit einer Dividende rechnen können, führte zu Kursrückgängen in diesem Papier.

Im April 1969 kam es bei den Kursen marktgängiger deutscher Standardaktien zu folgenden Veränderungen (in Prozent):