Riffkorallen sind Tiere, die wie eine Pflanze allein von Licht und mineralischen Nährsalzen leben können. Sie beherbergen, wie seit langem bekannt ist, einzellige Algen, mit denen sie in Symbiose leben. Daß sie sich gänzlich auf Kosten der Algen ernähren und normal weitermachen können, bewies jetzt der deutsche Zoologe L. Franzisket in einer Reihe von Experimenten am "Hawaii-Institut für Meeresbiologie". Der Einsatz von Glasfiberbecken, Kunststoffleitungen und -pumpen ermöglichte es erstmals, die empfindlichen Korallenpolypen in den Stöcken monatelang im Labor zu halten, wo sie regelmäßig gewogen werden konnten. Bei Dunkelheit stellten die Tiere ihr Wachstum ein, obwohl das zugeführte Seewasser noch die natürliche Kleinlebewelt enthielt, die der Korallenpolyp mit seinen Fangarmen erbeutet. Wurde das Wasser gefiltert, so blieb bei ausreichender Beleuchtung der Becken die Zuwachsrate der Korallenstöcke unverändert. Sie ließen sich nun von den Algen ernähren. In verdunkelten Aquarien mit filtriertem Wasser aber starb die Algenflora, und die Korallen, jeglicher Ernährungsmöglichkeit beraubt, schmolzen ihre Polypen ein oder reduzierten das Gewebe. H.