Warenhaus-Aktionäre haben hierzulande selten Anlaß zum Klagen gehabt. Kaufhof und Karstadt haben ihre Anteilseigner immer gut bedient; aber weitaus spendabler ist die jüngste AG der Branche. Mit 51 Kaufhäusern und einem Konzernumsatz von 1,87 Milliarden Mark gehört die in Düsseldorf domizilierende Horten AG schon lange zu den großen Drei. Aber das erst seit dem vergangenen Jahr zur Publizität verpflichtete Unternehmen hat nur einen Aktionär, und das ist ein sehr erheblicher Unterschied.

Warenhauskönig Helmut Horten erhält von seinem Unternehmen – als Einstandspreis sozusagen für die Umgründung des Konzerns in eine Aktiengesellschaft – nicht nur eine Dividende von 18 Prozent, sondern darüber hinaus einen 12prozentigen Bonus. Das macht zusammen bare 75 Millionen Mark.

In der ersten Bilanzbesprechung der Horten AG betonte der Vorstand – der die Frage, was der Konzernchef mit diesem ansehnlichen Betrag vorhat, naturgemäß nicht beantworten kann –, daß der Bonus gewissermaßen als Entschädigung für 14 ausschüttungsfreie Jahre zu verstehen sei. Bisher sei es Helmut Hortens Geschäftspolitik gewesen, den gesamten versteuerten Jahresgewinn in die freie Rücklage einzustellen und jeweils in haftendes Kapital umzuwandeln. Nach dem 1954 mit 10 Millionen dotierten Gründungskapital wurde 1960 auf 80, 1963 auf 150, 1966 auf 200 und 1969 auf 250 Millionen Mark erhöht.

Mit der letzten Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln glaubt der Vorstand eine auf absehbare Zeit ausreichende Kapitalbasis zu haben. Sie soll – so wurde in Düsseldorf betont – die "Zäsur verdeutlichen, die für das Unternehmen die Umwandlung in eine AG bedeutet". Daß der Alleinaktionär daran denkt, seinen Konzern zu einem Objekt für die Börse zu machen, ist "nicht zu erwarten.

In diesem Jahr steuert die Horten-Gruppe den 2-Milliarden-Umsatz an. Die geschätzte Zuwachsrate liegt bei 10 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden – bei einem Investitionsaufwand von 93 Millionen Mark – neue Häuser in Hamburg, Mannheim und Witten eröffnet. Die Verkaufsfläche stieg auf 362 500 (329 800) qm. In diesem Jahr will Horten 100 Millionen investieren: in Hagen, Heilbronn und im Main-Taunus-Center sollen Horten-Häuser eröffnet werden. Im Bau sind weitere Projekte in Krefeld, Bremen und Hamm. nmn