Ludwig Erhard, Bundeskanzler a. D., schlägt Kapital aus seinem prominenten Namen. Er hat den Vorsitz im Aufsichtsrat von Argenta – Internationale Anlagegesellschaft mbH – übernommen, an der fünf deutsche Privatbanken beteiligt sind und die über eine Vertreterorganisation deutsche und ausländische Investmentanteile in der Bundesrepublik verkauft. Lange Zeit hatte sich auch Investors Overseas Services (IOS) bemüht, den Mann des deutschen Wirtschaftswunders in ihre Reihen zu bekommen. Aber in letzter Minute zögerte Erhard mit der Unterschrift. Offensichtlich auf Einspruch seiner Parteifreunde. Bei der IOS führt Erich Mende, Erhards ehemaliger Vizekanzler, weiterhin die Prominentenliste an. Jedenfalls in der Bundesrepublik. International besorgt das bei der IOS James Roosevelt; Sohn des verstorbenen Präsidenten der USA.

Niemand wird behaupten wollen, daß Ludwig Erhard für seine neue Stellung im Argenta-Aufsichtsrat besondere Qualifikationen mitbringt. Er soll dort als Aushängeschild dienen und den Vertretern Türen öffnen helfen.

Prominente Leute im Aufsichtsrat oder in der Verkaufsorganisation sagen jedoch nichts über die Qualität und den Erfolg einer Anlage aus. Ebensowenig über ihre Sicherheit, die von ganz anderen Kriterien abhängt. Deshalb, meine verehrten Leser, lassen Sie uns heute unbeeinflußt von, "großen Namen" über die Kapitalanlage in Investment-Fonds sprechen.

Die Aufstellung "Investmentsparen lohnt sich", die ich dem Geschäftsbericht des Fondsitalia International (IOS-Fonds) entnommen habe, zeigt deutlich, daß Geld, das langfristig in echten amerikanischen Fonds angelegt wurde, selbst im ungünstigsten Fall erfolgreicher gearbeitet hat als solches, mit dem siebenprozentige festverzinsliche Wertpapiere erworben worden waren. Die Tabelle zeigt aber auch weiter, daß es nicht gleichgültig ist, wann Fondsanteile gekauft werden.

Wer Anteile "echter" amerikanischer Fonds kauft (solche, die der Aufsicht der amerikanischen Börsenkontrollbehörde SEC unterstehen), erwirbt indirekt fast ausschließlich USA-Aktien. Er ist damit weitgehend abhängig von der amerikanischen Börsenentwicklung. Natürlich wird es auch in Wallstreet immer wieder Aktien geben, die sich entgegengesetzt zur allgemeinen Börsentendenz entwickeln. Ein größerer Fonds kann sich auf die Dauer jedoch nicht völlig der Gesamttendenz entziehen.

Deshalb stellt sich immer wieder das Problem: Ist der Zeitpunkt zum Kauf amerikanischer Fondsanteile jetzt günstig, oder wird er später günstiger sein? Diese Frage ist von besonderer Aktualität. Denn wir müssen davon ausgehen, daß die Nichtaufwertung der Mark nur ein vertagtes Problem darstellt. Für den Besitzer ausländischer Wertpapiere bedeutet das: Nach einer Aufwertung verringert sich der Wert seiner Anlage im Ausland um den Aufwertungssatz. Die ausländischen Investmentanteile werden in Dollar notiert. Verkauft man die Anteile, so erhält man Dollar gutgeschrieben, die man dann in Mark umtauschen muß. Wird die Mark aufgewertet, so erhält man beim Umtausch Dollar gegen Mark weniger Mark.

Wer sicher zu sein glaubt, daß es noch in diesem Jahr zu Wechselkursänderungen kommt, kann eigentlich vorerst keine ausländischen Investmentanteile erwerben. Doch gegen diese These gibt es einen wesentlichen Einwand: Die Kurse amerikanischer Aktien könnten bis dahin stärker steigen, als die Aufwertung Verluste bringt.