Die internationalen Erfolge seines Autokonzerns geben Giovanni Agnelli recht: Er ist der erste Fiat-Präsident, der nicht mehr Italien, sondern die Welt als wichtigsten Zukunftsmarkt ansieht. Noch nicht drei Jahre unter seiner Leitung, ist Fiat aus dem zoll-, Steuer- und zulassungskontigentumhegten italienischen Markt heraus zum Angriff angetreten. Die neuen Fiat-Modelle greifen so gewichtige Konkurrenten wie Ford- und Opel-Wagen, aber auch den Käfer aus Wolfsburg an.

Agnelli ist ein kompromißloser Anhänger des Gemeinsamen Marktes. Nicht in Italien, wo der Umsatz sogar leicht zurückging, sondern in den EWG-Nachbarländern hat er seine Erfolge erzielt. Allein in der Bundesrepublik legten sich über 100 000 Autofahrer im vergangenen Jahr einen Fiat zu. Die Auto-kraten aus Piemont sehen in dem Rückgang ihres Marktanteils um 0,5 auf 6,5 Prozent eine Mahnung, noch stärker und größer zu werden.

Mit einer Kapitalerhöhung um 15 Milliarden Lire, die samt Aufgeld 200 Millionen Mark in die Firmenkasse bringt, wagt Fiat als erste große Gesellschaft Italiens seit langer Zeit wieder den Schritt an die Börse. Gr.