Aus seiner Heimatbezogenheit hat Franz Josef Strauß nie ein Hehl gemacht. Als CSU-Chef ist der Bundesfinanzminister sogar so etwas wie ein Berufs-Bayer.

Daß der inzwischen hoffentlich weit fortgeschrittene Student der Volkswirtschaftslehre neuerdings jedoch heimatfeindliche Tendenzen selbst in Hausfrauenportemonnaies vermutet, gibt zu leichtem Erstaunen Anlaß.

Strauß sieht für das Jahr 1970 eine Existenzgefährdung deutscher Heimatzeitungen voraus. Der Grund: Abbestellungen von Abonnements. Der Grund für die Abbestellungen: die für den 1. Januar nächsten Jahres angepeilte Erhöhung der Rundfunk- und Fernsehgebühren um 1,50 Mark im Monat. Diese Mehrbelastung, so meint Strauß, könne die deutschen Haushalte heimatzeitungsmüde machen,

Frage eins: Wo gibt es in deutschen Landen ein Heimatzeitungs-Abonnement für 1,50 Mark im Monat?

Frage zwei: Wie kommt Strauß ausgerechnet auf eine schicksalhafte Verbindung von Rundfunk und Heimat? Sendet etwa der Musikkasten Nachrichten aus Nachbars Garten, so daß man dieserhalb leichten Herzens auf die Heimatzeitung verzichten kann?

Frage drei: Welcher deutsche Haushalt wird durch eine Preiserhöhung von 1,50 Mark an den Rand solcher harten Entweder-oder-Entscheidungen gebracht? izh