Von Siegfried Schober

Wie ernst kann man etwas nehmen, was lustig sein möchte und doch ernst genommen werden will, wie lustig soll man das finden, was einem mit soviel Ernst als Spaß zu Leibe gerückt wird wie dieses Buch von

Gerd Winkler: "Mike Blaubart"; Heinrich Heine-Verlag, Frankfurt; 150 S., 18,– DM.

Es ist nur ein Beispiel für viele, die, da können wir uns auf etwas gefaßt machen, noch kommen werden wie die Fliegen, wenn sie einmal die Marmelade gefunden haben.

Wie soll man jemandem begreiflich machen, wann und warum etwas lustig war und Spaß gemacht hat, und erst, was noch viel verzwickter ist, daß nichts, aber auch gar nichts davon der Fall war? Wie funktioniert das, wenn jemand die Lust verliert, wenn einem der Spaß vergeht? Man müßte wissen, was da so alles passiert, draußen und drinnen, zwischen dem, was einer sieht und liest, und dem, was einer an Humor selber in den Adern hat und was sich dann versteckt in solchen Sätzen äußert wie: das war doch richtig komisch, oder: da kann ich aber gar nicht lachen.

Die Leute sind schon zu beneiden, die genau wissen, was komisch ist und dann sogar klipp und klar zu sagen vermögen, warum es komisch ist und komisch zu sein hat.

Was ist das aber, das Komische? Der große Viktor Schklowskij, der oft sehr komisch sein konnte, schreibt in seinem Aufsatz "Zur Theorie des Komischen": "Ich weiß es nicht. Glücklich sind die Menschen, die wissen, wieviel Gedanken sie im Kopf haben, für wen sie bei Wahlkampagnen stimmen sollen, die wissen, daß Belinskij und Iwanow-Razumnik russische Kritiker sind. Ich denke, sie wissen sogar, was die Leute an ihrem Grab sagen werden."