Es gibt zu viele Wirtschaftswissenschaftler, insbesondere Volkswirte, heißt es. Andererseits mangelt es weiten Kreisen der Bevölkerung an den einfachsten Kenntnissen wirtschaftlicher Zusammenhänge. Stellt man zwischen beiden Erscheinungen eine Verbindung her, so drängt sich die Frage auf: Weshalb werden zum Unterricht über "Gemeinschaftskunde" nicht auch Wirtschaftswissenschaftler herangezogen?

Das Überangebot an Volkswirten würde auf diese Weise vermindert. Wichtiger aber noch: in unseren Schulen würde mit der Zeit eine Generation heranwachsen, die über wirtschaftliche Grundkenntnisse verfügt. Die Konjunkturpolitik wäre nicht mehr weitgehend auf Seelenmassage angewiesen, sondern könnte sich auf Einsicht in wirtschaftspolitische Zusammenhänge stützen. Staats- und Parteiführer würden es sich dann wohl nicht mehr so ohne weiteres leisten können, ihre Ignoranz in Fragen der Wirtschaftspolitik zu demonstrieren.

Für die Entwicklung einer rationalen Gesellschaftspolitik ist die Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge notwendig. Wer wirklich eine aufgeklärte Gesellschaft will, sollte vor dem wirtschaftlichen Gebiet nicht haltmachen und auch die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen. Arbeitslose Volkswirte sollte es wirklich nicht geben. rb