In ihrer Londoner Entschließung zur griechischen Frage haben sich die Minister des demokratischen Europas abermals aufs Abwarten verlegt. Im Januar hatte die Beratende Versammlung in Straßburg empfohlen, Griechenland aus dem Europarat auszuschließen, solange das Athener Militärregime seinen Bürgern die demokratischen Grundrechte vorenthalte und gegen die Menschenrechte verstoße. Jetzt wollten die Außenminister Hollands und Italiens den Worten Taten folgen lassen. Doch ihre Kollegen wichen aus.

Die Regierung Papadopoulos erhielt bis zum Dezember eine weitere Chance. Erst, so hieß die Begründung, müsse man den Bericht der Menschenrechtskommission abwarten – als ob nicht jedermann wüßte, welch schlimme Vorkommnisse darin vermerkt sein werden. Die Athener Obristen werden in ihrer Mißachtung demokratischer Institutionen durch das Nichtstun des Europarats nur noch bestärkt. K.-H. J.