Ein Unternehmer hatte sich in einen zum Betrieb gehörenden Personenkraftwagen ein Autoradio einbauen lassen und begehrte vom Finanzamt, daß 80 Prozent für Anschaffung und Einbau des Autoradios als Betriebsausgaben anerkannt würden. Während der Fahrten müßten wichtige Wirtschafts- und Tagesmeldungen wie auch Börsenberichte und andere beruflich notwendige Sendungen abgehört werden, was ja nur während der Berufsfahrten möglich sei.

Der Bundesfinanzhof kam im Urteil vom 28. Mai 1968 (IV R 110/67) zur gegenteiligen Auffassung mit folgender Begründung: Das Autoradio bleibt auch nach seinem Einbau in das betriebliche Kraftfahrzeug ein selbständiges Wirtschaftsgut, da auch bei der Trennung vom Auto eine selbständige Bewertungs- und Nutzungsfähigkeit bestehen bleibt. Daraus ergibt sich, daß das Radio nach dem Einbau in den Pkw nicht wie der Pkw selbst zum Betriebsvermögen gehört.

Mithin muß die Frage der Zugehörigkeit des Autoradios zum Betriebsvermögen nach allgemeinen Grundsätzen beurteilt werden. Danach gehören aber die Kosten für ein Radio in der Regel zu den nichtabzugsfähigen Aufwendungen für die private Lebensführung. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß das Radio in das Betriebsauto eingebaut und während der beruflichen Fahrten teilweise aus beruflichen Gründen verwendet worden ist.

Leider hat der Bundesfinanzhof die so bedeutsame Frage offen gelassen, ob eine Aufteilung der Kosten für das beruflich notwendige Autoradio in betriebliche und private Kosten wie bei dem Kraftfahrzeug selbst zu 80 Prozent gewerblich und zu 20 Prozent privat zulässig sei. Bisher ist diese Frage verneint worden, weil sich die private Nutzung von der beruflichen Verwendung kaum oder gar nicht zuverlässig trennen ließe.

Diese Ansicht ist lebensfremd und fiskalisch allzu bequem, weil sich diese Trennung tatsächlich doch recht einfach durchführen läßt. Der Bundesgerichtshof wird insoweit seine Ansicht sicher bald revidieren. Radio ist für viele Berufe heute ein berufsnotwendiges "Übel". M. M.