Von Graham Greene

Das unbewohnte Haus war schön. Im Kolonialstil erbaut, verfügte es über eine große fliesenbelegte Terrasse. Man versicherte mir (wir hatten allerdings keine Schlüssel), daß es ein Badezimmer "ganz in Marmor" habe. Zu unseren Füßen erstreckte sich etwa achtzig Meter weit der Garten. Er war beschattet von Orangenbäumen – einige trugen Früchte, andere standen in Blüte –, von Zitronen- und Grapefruitbäumen und von Palmen. Rosen und Jasmin blühten, und wie eine mächtige Flammengarbe loderten rosarote Lapacha-Blumen. Nach einem guten Lunch, den ich in Gesellschaft meiner beiden Freunde, einheimischer Schriftsteller, im Dorfgasthof eingenommen hatte, und nach etlichen Gläsern cana kam für mich die Stunde des Wachträumens.

"Wieviel würde dieses Haus kosten?" fragte ich. Der Geruch von Orangen wetteiferte mit dem Duft von Jasmin wie jeden Tag, seit ich in der Hauptstadt vom Flußdampfer an Land gegangen war. In meinem Hotel, das einst das Haus von Martha Lynch, der Geliebten des gräßlichen Lopez, gewesen war, erwachte ich jeden Morgen, umgeben von diesem Orangenduft, und unter meinem Fenster trug ein Jasminstrauch blaue und weiße Blüten zugleich.

Einer meiner Begleiter nannte mir den Preis in Guaranis.

"Ungefähr 3000 Pfund", rechnete ich aus. "Oder fast soviel. Aber viel Personal würde man brauchen!"

"Ach nein. Mit einem Dienstmädchen, einer Köchin und einem Gärtner könnte man das Auslangen finden."

"Und das würde ein kleines Vermögen ausmachen?"