Mit fast zweieinhalb Milliarden Mark Konzernumsatz gehört Olivetti neben Fiat, Pirelli und Montedison zu den privatwirtschaftlichen italienischen Konzernen mit Weltgeltung. Nach harten Rückschlägen in den vergangenen Jahren, einer finanziellen Reorganisation, bei der auch der Staat mithalf und sich Einfluß sicherte, sowie einer Neuorientierung der Unternehmenspolitik legt das Unternehmen erstmals wieder einen Abschluß mit guten Erträgen vor.

Olivetti hat sich von der General Electric gelöst und geht auf allen Gebieten eigene Wege. Olivetti strebt von den traditionellen Büromaschinen weg und stößt immer stärker in den Bereich der Rechenautomaten, Tischcomputer und Fernschreibeinrichtungen vor.

Zwei Drittel der Produktion, kommen aus italienischen Fabriken – aber nur knapp zwei Fünftel des Konzernumsatzes entfallen auf Italien. Gut ein Viertel der Verkäufe in Nordamerika, knapp, ein Fünftel in den außeritalienischen EWG-Ländern und je ein Siebtel in der EFTA und Lateinamerika – so ist das Absatzrisiko gut verteilt. Mehr als die Hälfte der Belegschaft arbeitet außerhalb des Mutterlandes.

Die Maschinenbauer von Ivrea wollen aber, nicht; nur im Verkauf international sein; das geographische Risiko soll künftig auch in der Produktion noch besser verteilt werden, wobei die im Gang befindliche Umgruppierung auf eine immer stärkere Spezialisierung der Produktion in den einzelnen Fabriken abzielt. Schwerpunkt in den USA wird die Produktion von elektrischen Kompakt-Schreibmaschinen und Elektronik-Tischrechnern in Harrisburg (Pennsylvania) werden. Die unrentable Produktion von Koffer- und Standardschreibmaschinen wurde aufgegeben.

In Italien selber wird Crema zum Produktionszentrum für elektrische Schreibmaschinen, während die Fabriken um den Stammsitz Ivrea die diffizilsten Aufgaben übernehmen: Entwicklung und Produktion von Fernschreibern, Tischcomputern und Terminals. Pozzuoli bei Neapel schließlich wird künftig das Produktionszentrum für Rechenmaschinen sein; Seinen Beitrag für die Entwicklungsgebiete Süditaliens – den der italienische Staat von allen großen italienischen Industriegesellschaften erwartet – leistet Olivetti mit der Erweiterung der Anlagen in Pozzuoli und dem Bau einer neuen Fabrik nördlich von Neapel, die "neue Produkte für den Weltmarkt" herstellen soll. Beide Objekte sollen insgesamt 2000 neue Fachkräfte erfordern. Und damit hätte Olivetti ein Fünftel seiner Produktionskapazität im Süden des Landes. Gr.