1965, als das Schiff bereits halb fertig war, wurde Sir Basil Smallpeice neuer Direktor bei Cunard. Smallpeice, der bis dahin das Geschick der Fluggesellschaft BOAC mitbestimmt hatte, war mit den Plänen für das Prunkschiff nicht einverstanden. Nach alter Sitte hatte sein Vorgänger die neue Queen als Dreiklassen-Schiff geplant – drei Klassen sogar für die Kinderspielzimmer. Smallpeice waren das zwei Klassen zuviel, er setzte durch: Eine Klasse auf dem ganzen Schiff.

Im September 1967 lief bei der Werft in Schottland die Baunummer 736 vom Stapel. Ihre Majestät, Queen Elizabeth, taufte den Rohbau auf den Namen Queen Elizabeth 2" – eine kleine Sensation, denn dieser Name galt nicht als Favorit. Wettlustige Engländer, die bei ihrem Buchmacher richtig getippt hatten, bekamen das Vierzehnfache ihres Einsatzes ausgezahlt.

Am 23. Dezember 1968 lief die QE 2 zur ersten großen Probefahrt aus. Vor der Küste Portugals blieb sie liegen: Beide Turbinen waren beschädigt. Erst im April 1969 nach viereinhalb Jahren Bauzeit wurde das neue Flaggschiff der englischen Flotte von Cunard endgültig übernommen.

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Für Cunard ist die Queen heute "das bemerkenswerteste Schiff, das je gebaut wurde". Sie preisen es als "den zivilisiertesten Platz auf Erden". Von dem ersten Konzept, das im vorigen Jahr noch favorisiert wurde, das Schiff in erster Linie für junge, anspruchsvolle Gäste anziehend zu machen, ist nicht mehr die Rede. Sogar die Beatles wollte Cunard engagieren: Mit einer neuen Komposition sollten sie bei der Vorstellung des Musikdampfers aufspielen. Doch als es soweit war, spielte wieder die traditionelle Schottenkapelle.

Die Verkaufsstrategen entschieden sich gegen das Experiment mit der Jugend und polieren nun wieder das traditionelle Image der Schiffsreisen auf: Gepflegtes Nichtstun in luxuriöser Atmosphäre – je mehr man zahlt, desto mehr Luxus.

Als Charakteristik für das "bemerkenswerteste Schiff der Welt" haben die Sprecher der Reederei eine stereotype Formel bereit: floating resort – schwimmendes Hotel. Das ist nicht aufregend und auch nicht gerade neu, aber es stimmt.