Die Perser machten einen Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre – nach ihrem Kalender sind das die Jahre 1348 bis 1353 – und planten Geld ein, das ihnen noch gar nicht sicher war. Sie veranschlagten jährliche Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar aus dem Verkauf iranischen Erdöls.

Verkauf und Förderung des Erdöls haben die Perser 1954 in die Hände eines internationalen Konsortiums gelegt, an dem BP mit 40, Shell mit 14, amerikanische Firmen mit 40 und die französische CFP mit 6 Prozent beteiligt sind.

Zu den Spielregeln gehörte es bislang; daß etwa 50. Prozent aller Einnahmen des Konsortiums an den persischen Staat abgegeben werden, doch die Fördermenge und damit die Höhe des absoluten Betrages, der den Persern zustand, bestimmte das Konsortium.

Damit soll es jetzt vorbei sein. Die persische Forderung nach jährlichen Einnahmen von mindestens einer Milliarde Dollar bedeutet für 1969 eine Steigerung der Produktion um 16 bis 17 Prozent. Das Konsortium weigerte sich zunächst und bot dem Schah einen Kompromiß

an: Steigerung um 12 Prozent. Das hätte ir die Perser rund 900 Millionen Dollar aus dem Ölgeschäft bedeutet.

Die Perser aber beharrten auf einer Milliarde Dollar. Schließlich hielten sie ein vorzügliches Druckmittel in Händen: Im Südwesten des Landes liegt ein riesiges Ölfeld, das bislang noch nicht ausgebeutet wird. Dieses Feld, so ließen die Perser durchblicken, würden deutsche und japanische Firmen nur zu gern erschließen.

Damit wäre passiert, was keineswegs im Interesse des Konsortiums liegt – man hätte die Kontrolle über die Fördermenge in Persien verloren. Im Augenblick ist man noch in der Lage, die Öl-Produktion in allen Ländern des Nahen Ostens abzustimmen, um Überproduktionen zu verhindern.