Auszüge aus der Fernsehrede des US-Präsidenten Nixon über Vietnam:

Als unangebracht erachten wir den Versuch, eine rein militärische Lösung auf dem Schlachtfeld zu erzwingen. Als unangebracht erachten wir ferner sowohl einen einseitigen Abzug aus Vietnam als auch die Annahme von Bedingungen in Paris, die auf eine verschleierte Niederlage hinauslaufen würden ...

Wenn wir entscheiden, welche Alternative akzeptabel wären, müssen wir von unserem Hauptziel ausgehen: Wir erstreben, daß das südvietnamesische Volk Gelegenheit erhält, seine politische Zukunft ohne Einmischung von außen selbst zu bestimmen. Lassen Sie mich in diesem Sinne einige Dinge klar aussprechen:

  • Wir wollen keine Stützpunkte in Vietnam.
  • Wir bestehen nicht auf militärischen Bindungen.
  • Wir sind bereit, einer Neutralität zuzustimmen, wenn sich das südvietnamesische Volk frei dafür entscheidet,
  • Wir sind der Meinung, daß allen politischen Elementen, die sich ohne Anwendung von Gewalt oder Einschüchterung am politischen Leben Südvietnams beteiligen wollen, die Möglichkeit einer vollen Beteiligung gegeben werden sollte.
  • Wir sind bereit, jede Regierung in Südvietnam zu akzeptieren, die aus der freien Entscheidung des südvietnamesischen Volkes hervorgeht.
  • Wir haben weder die Absicht, dem südvietnamesischen Volke irgendeine Regierungsform aufzuzwingen, noch werden wir uns an einer solchen Zwangsmaßnahme beteiligen.
  • Wir haben keine Einwände gegen eine Wiedervereinigung, wenn die Bevölkerung in Südvietnam und die Bevölkerung in Nordvietnam dies wünschen; wir fordern nur, daß die Entscheidung den freien Willen des Volkes widerspiegelt.

Wenn wir unser begrenztes Ziel verfolgen, so halten wir dabei nicht an einer starren diplomatischen Formel fest. Der Friede könnte auf dem Wege formaler Verhandlungen erreicht werden Der Friede kann aber auch durch, eine informelle Verständigung erreicht werden, vorausgesetzt, daß es sich dabei um eine klare Übereinkunft handelt und daß ausreichende Gewähr besteht, daß sie eingehalten wird.

Unser Angebot sieht vor: Den gleichzeitigen Beginn des Abzuges auf beiden Seiten; die Einigung auf einen für beide Teile annehmbaren Zeitplan; und einen raschen Abzuges. Sollte Nordvietnam darauf bestehen, daß es keine Streitkräfte in Südvietnam unterhalte, werden wir diesen Punkt nicht mehr länger erörtern – sofern seine Streitkräfte von dort verschwinden und wir verläßliche Zusicherungen erhalten, daß sie nicht nach dort zurückkehren werden ...

Eine politische Regelung aber, ist eine innere Angelegenheit, die von den Südvietnamesen selbst entschieden werden muß ...

Ich möchte jedoch betonen, daß diese Vorschläge nicht nach dem Prinzip "Alles oder nichts" unterbreitet werden.