Im Gleichschritt mit der konjunkturellen Entwicklung verlief das Geschäftsjahr 1968 der Continental Gummi-Werke AG, Hannover. Nach dem durch die Rezession bedingten Einbruch im Vorjahr ist der Konzernumsatz wieder um 8,7 Prozent gestiegen. Der Wertumsatz der AG wuchs gegenüber 1967 um 13,2 Prozent, gegenüber 1965 – dem letzten Vorrezessionsjahr – dagegen nur um 5,9 Prozent. Der Mengenumsatz war nach den Preisrückgängen der vergangenen Monate erheblich höher.

Die Folgen des Preiskrieges konnte Deutschlands Nr. 1 auf dem Reifenmarkt jedoch auffangen, da die Belegschaft seit 1965 um nicht weniger als 6,7 Prozent verringert worden ist. Nicht zuletzt durch die höhere Produktivität ist der Bilanzgewinn von 29,3 auf 39,9 Millionen Mark gestiegen. Während im Vorjahr der gesamte Gewinn für die Ausschüttung einer Dividende von 5,50 Mark je 50-Mark-Aktie benötigt wurde, werden für 1968 nicht nur 6 Mark je Aktie ausgeschüttet, sondern daneben acht Millionen Mark der Rücklage zugeführt.

Die Konjunkturanfälligkeit der Reifenindustrie dürfte auch der Grund für ein erweitertes Investitionsprogramm des Unternehmens sein, dessen Schwergewicht jenseits der deutschen Grenzen liegt.

Nach dem Rückgang der Investitionen in den beiden letzten Jahren sollen in den kommenden drei Jahren mindestens 300 Millionen Mark aufgewendet werden. Das Programm der französischen Tochter, Usine Française de Pneumatiques Continental Sari, deren Kapazität verdoppelt wurde, soll um LKW-Reifen erweitert werden. In Italien soll nach den Erfolgen der Mailänder Vertriebsgesellschaft in diesem Jahr mit dem Bau einer Produktionsanlage begonnen werden, für die zunächst 50 Millionen Mark aufgewendet werden. Der Sprung in die EFTA – ein Betrieb in Großbritannien – und außereuropäische Tochtergesellschaften sind im Gespräch.

Die Finanzierung bereitet keine Schwierigkeiten, da bis 1971 rund 180 Millionen Mark aus Abschreibungen und 45 Millionen Mark aus Rücklagen und Rückstellungen zur Verfügung stehen. Außerdem hofft Conti auf Zuschüsse aus dem Zonenrand-Förderungsprogramm. Die Aufnahme von Fremdmitteln wird sich also im engen Rahmen halten. Auch für eine Kapitalerhöhung scheint dieses Investitionsprogramm keinen Anlaß zu bieten. mh.