Sehr sehenswert:

"Chronik der Anna Magdalena Bach" und "Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter", von Jean-Marie Straub. "Week-End", von Jean-Luc Godard. "Geraubte Küsse", von François Truffaut. "Zwei Freundinnen", von Claude Chabrol. "Paris gehört uns", von Jacques Rivette. "Gertrud", von Carl Th. Dreyer. "Schande", von Ingmar Bergman. "Falstaff", von Orson Welles. "I a Man", "Bike Boy" und "The Nude Restaurant", von Andy Warhol. "The Thin Man – Der Unauffindbare", von W. S. Van Dyke.

Sehenswert:

"Detektive", von Rudolf Thome (Regie) und Max Zihlmann (Buch). Peachums Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens enthält die Botschaft dieses Films: Ja, mach nur einen Plan... und renn nur nach dem Glück. Während die kleinen Detektive Sebastian und Andy Plan auf Plan schmieden und dem Glück nachrennen, müssen sie erfahren, daß alles, was sie tun, in den Plänen anderer, Gerissenerer schon inbegriffen war. Für sie wie auch für den Zuschauer ist das eine schöne Lektion über die Unzuverlässigkeit des Augenscheins. Aber auch über seinen Eigenwert: Schönheit besteht unabhängig von der Wahrheit. Ob die drei Mädchen des Films, die heimlichen Siegerinnen der Geschichte, sehr moralisch sind, weiß der Zuschauer am Ende nicht genau, über ihre Schönheit besteht kein Zweifel. Von dem Film gilt dasselbe.

"Michael Kohlhaas, der Rebell", von Volker Schlöndorff. "Teorema", von Pier Paolo Pasolini. "Mercenario, der Gefürchtete", von Sergio Corbucci. "Der Partyschreck", von Blake Edwards. "Bullitt", von Peter Yates.

Ferner laufen:

"Verleumdung", von André Cayatte. Ein Dorfschullehrer wird verdächtigt, mit drei seiner Schülerinnen etwas gehabt zu haben. Als Zuschauer wünscht man sich die ganze Zeit, daß er nicht gar so ein Sexmuffel gewesen sei, wie er vorgibt, und daß die Mädchen mit ihren erotischen Wunschträumen doch auch ein bißchen recht gehabt hätten. Doch er hat die Mädchen nur auf der Kirmesschaukel geknipst (als ob seine Frustration demonstriert werden sollte, erstarrt das Bild bei jedem Klicken seiner Kamera), und er photographierte ein Feuerwerk am Abendhimmel, just als man ihn verdächtigte, mit einer Schülerin im Wald eines zu veranstalten. Restlos rehabilitiert, darf er nun weiter knipsen, und seine treue, nie an ihm zweifelnde Frau, selbst eine vorbildliche Pädagogin, darf sich ihr Leben lang im Fernsehen ungestört die Bayreuther Festspiele ansehen, "das Schönste, was es für mich gibt". Vielleicht ist dieser beste Gag des Films aber auch nur der Synchronisation zu verdanken.