Dr. Frederick Malkinson von der Universität Chikago mißt die Radioaktivität eines Lebewesens mit dem Zentimetermaß: Genauer als der Geigerzähler bestimmt die Wachstumsrate der Haare, wie radioaktiv man ist. Haare von Menschen und Mäusen hat der amerikanische Dermatologe nach spaltbarem Material durchsucht. Die Haare wachsen nicht gleichmäßig. Sie werden durchschnittlich drei Jahre alt. Anfangs wachsen sie schnell, später langsam; bevor es ausfällt, legt das Haar eine Ruhepause ein. An Haarproben von Mäusen, die mit der radioaktiv gemachten Aminosäure Serin gefüttert worden waren, bewies Malkinson: Während der Zellteilungsphase sind die Haare empfindlicher für Strahlenschäden als in der Ruhepause. Mäuse, die täglich mit Gammastrahlen oder Neutronen in geringen Dosen beschossen wurden, hatten nach sechs Monaten bis zu 25 Prozent kürzere Haare als vorher. Schon bei einer Dosierung von drei rad täglich schrumpfte die Länge merklich. R. H.