Kühne & Nagel, mit einem Umsatzvolumen von rund 400 Millionen Mark Deutschlands größtes privates Speditionsunternehmen, eröffnet dieser Tage eine Niederlassung in Nairobi, Ostafrika.

Die Transportmöglichkeiten sind dort alles andere als unkompliziert. Die Vorarbeiten dauerten zwei Jahre.

Damals, 1967, hatte man mit Fachleuten aus aller Welt in Ostafrika ein Container-Seminar veranstaltet. Heute erklärt Kühne & Nagels Afrika-Experte Wanckel, es seien "weder vom Ladungsaufkommen noch von der technischen Ausrüstung der Häfen her die geringsten Voraussetzungen" für einen rationellen Container-Einsatz vorhanden.

Die große Container-Misere hatte sich zuvor, in Westafrika, bereits angekündigt. 75 Behälter verschwanden dort im Busch. Statt des ihnen zugedachten Schicksals, mit Ware gefüllt den Rückweg nach Europa anzutreten, dienen sie heute Eingeborenen als Wohnhütten.

In Ostafrika schlug bereits der erste, schüchterne Versuch fehl: zwei kleine Box-Container mit je zehn Kubikmetern Inhalt wurden nach Nairobi befördert und danach niemals wieder gesehen.

Kühne & Nagel, die bereits über handfeste Speditionsaufträge deutscher Investitionsmittelhersteller verfügen, werden unkonventionelle Wege gehen müssen. Große Werkstücke sollen zum Beispiel von Traktoren über unwegsames Gelände gezogen werden.

Die kenianische Niederlassung muß aber mit weiteren Schwierigkeiten rechnen. Die Regierung verlangt eine 49prozentige Beteiligung der staatlichen "Industrial and Commercial Development Corporation" und die Beschäftigung einheimischer Arbeitskräfte. Die aber müssen erst einmal zu Fachleuten herangebildet werden. izh