Die privaten Lebensversicherer triumphieren. Auf ihrer Jahrestagung gaben sie zu kund und wissen, daß immer mehr Bundesbürger der privaten Altersvorsorge vor der gesetzlichen Rentenversicherung den Vorzug geben.

Ihr Beweis: 1957, als die Versicherungspflichtgrenze von 750 auf 1250 Mark erhöht wurde, wählten 10 Prozent der betroffenen Angestellten die befreiende Lebensversicherung. 1965, als die Versicherungspflichtgrenze weiter auf 1800 Mark heraufgesetzt wurde, waren es schon 20 Prozent; und bei der letzten "Befreiungsaktion" – mit dem 1. Januar 1968 wurden alle Angestellten unabhängig von der Höhe ihres Einkommens versicherungspflichtig – waren es gar 40 Prozent, denen die Lebensversicherung vertrauenswürdiger schien als die Rentenversicherung.

Was heißt hier Vertrauen? Es gibt jedenfalls auch noch eine andere, schlichtere und überzeugendere Erklärung für die wachsenden Berreiungs Versicherungen.

Je weiter die Versicherungspflichtgrenze hinaufgeschoben wurde, um so weniger konnte bei den Betroffenen von einer echten Wahl zwischen beiden Versicherungseinrichtungen die Rede sein. Die Angestellten der oberen und obersten Einkommenskategorien gehören in der Regel zu den älteren Jahrgängen, die schon zwanzig, dreißig oder mehr Jahre ihre Lebens Versicherungsprämien gezahlt haben. Was konnten sie schon anderes tun, als ihrer Versicherung weiter treu zu bleiben?

Der Rechenstift gab den Ausschlag und nicht das Vertrauen; womit nicht geleugnet werden soll, daß auch die private Lebensversicherung ihre Vorzüge hat. kr