Bei Wochenbeginn drohte auch Singapur in die Auseinandersetzungen hineingezogen – zu werden, die im benachbarten Malaysia seit einer Woche zwischen Malaien und Chinesen wüten.

Ursache der Unruhen in Malaysia waren die starken Gewinne der Opposition bei den Parlamentswahlen vor eineinhalb Wochen gewesen. Allein in der Hauptstadt Kuala Lumpur, hatte die orthodoxe "Allmalaiische Islamische Partei" 76 Prozent der Stimmen erobert. Ihr Sieg ging vor allem auf Kosten der Chinesischen Assoziation in Malaysia (MCA) und der malaiischen Regierungspartei KMNO (Vereinigte Malaiische Organisation), die als Regierungsparteien bislang miteinander kodiert hatten. Der Trend zur Gleichberechtigung aller Rassen schien sich anzudeuten.

Doch die malaiischen Ultras pochten auf die Superiorität ihrer Rasse und setzten die Bildung eines Kabinetts durch, dem statt bisher fünf nur noch ein chinesischer Minister angehören sollte, obwohl die Chinesen in Malaysia etwa 48 Prozent der Bevölkerung ausmachen und mehr als 90 Prozent der Steuern aufbringen. Die MCA verweigerte indessen jede Mitarbeit, Chinesen und Inder gingen auf die Straße – ohne daß es zu Zwischenfällen kam. Erst als Malaien aus den ländlichen Gebieten eine Gegendemonstration veranstalteten, begannen die blutigen Tumulte, in deren Verlauf mehr als 140 Menschen getötet würden.

Die Regierung verhängte ein Ausgangs verbot über das Land und suspendierte die Verfassung.