Die Sternstunde des stern hat geschlagen. Das Hamburger Magazin hat sich ein Redaktionsstatut gegeben, dem die beiden Verleger Bucerius und Jahr zugestimmt haben und das Bestandteil aller Dienstverträge zwischen Verlag und Mitgliedern der sterw-Redaktion wird. Den Anlaß zu diesem Statut gab der ehemalige Mitinhaber des Verlages, Richard Gruner, als er seine Anteile verkaufen wollte. Um nicht über Nacht einem Brötchengeber zu gehören, der ihnen aus politischen Gründen nicht genehm ist, bosselten stern-Redakteure ein Statut aus, das ihnen in ihrer Arbeit Sicherheit bieten soll. Fast ohne Abstriche wurde ihr Entwurf von den Verlegern angenommen. Obwohl es vieles nur in Paragraphen faßt, was in liberalen Zeitungen zwischen Verlag und Redaktion ohnehin Usus ist, setzt das stern-Statut in den Annalen der deutschen Presse einen bedeutsamen Meilenstein.

In dem Statut heißt es unter anderem:

I.

Der stern ist eine politisch engagierte, jedoch von Parteien, Wirtschaftsverbänden und anderen Interessengruppen unabhängige Zeitschrift, die ihre Leser informieren und unterhalten will. Die Redaktion des stern bekennt sich zur freiheitlichdemokratischen Ordnung und zu fortschrittlichliberalen Grundsätzen.

II.

Kein Redakteur oder Mitarbeiter des stern darf gezwungen werden, etwas gegen seine Überzeugung zu tun, zu schreiben oder zu verantworten. Aus seiner Weigerung darf ihm kein Nachteil entstehen.

III.