Eine recht hübsche und auch sehr junge Dame spaziert durch den Sand – lächelnd und splitternackt. Ihr zu Füßen liegen einige Herren – nicht alle unbedingt jung, dafür aber ebenfalls lächelnd und ebenfalls splitternackt. Warum auch nicht? Schließlich sind sie alle Lichtfreunde. Und die Freunde des Lichtes, jedermann weiß es, haben nun mal Spaß an eigener und fremder Nacktheit. Harmloser Spaß – sie selbst werden nicht müde, es zu betonen.

Ein Photo mit dieser Szene, ganz klein und ganz hübsch, veröffentlichte Touropa in seinem (nur für die Presse bestimmten) "Touristik-Report". Natürlich war damit bezweckt, Aufmerksamkeit zu erregen: "Schaut her, so amüsant ist es unter Nackten."

Für das Reisegeschäft ist die übliche FKK-Werbupg: "Glückliche Familie in paradiesischer Reinheit", nicht gerade ein Knüller. Ein bißchen leckerer muß es schon sein.

Wie man Freikörperkultur dem deutschen Urlauber schmackhaft macht, zeigte Touropa in seinem ersten "großen" FKK-Sommerprospekt für diese Saison ("Nahtlos braun werden"): Mit hübschen jungen Damen, die zwar ganz nackt, aber nicht ganz entblößt gezeigt werden.

Jedoch das Bild der jungen Dame im "Touristik-Report" erregte offensichtlich Anstoß. "Modell auf dem Laufsteg... angestaunt von liegenden Zuschauern." Touropa schämte sich und nahm alles zurück: "Wir bedauern diese Zweideutigkeit" und zeigte dazu ein Bild: glückliche Mutter mit nacktem Kleinkind. "... das wird der ungezwungenen und oft familiären Atmosphäre an den FKK-Stränden viel besser gerecht..."

Recht so, die Lichtfreunde sind anständig, und harmlos bis auf die nackte Haut – zumindest wenn es um "so was" geht. Auf der Freizeitmesse in München, die Nackten waren zum erstenmal offiziell dabei, klang es denn auch aus berufenem Mund: "Wer mit Hintergedanken... kommt, fliegt ’raus."

Touropa-Kunden sollten sich’s merken. rod