Ausgerechnet einen Tag, bevor das Wirtschaftskabinett über eine Erhöhung der außenwirtschaftlichen Absicherung, der steuerlichen Belastung der Exporte, beraten sollte, präsentierte der Verein der deutschen Maschinenbau-Anstalten – VDMA – der staunenden Öffentlichkeit zwei Gutachten, die den "Aufwertungsersatz" für verfassungswidrig erklärten. Jedenfalls, soweit er Verträge belastet, die schon abgeschlossen waren, als Bonn sich dazu aufraffte, etwas für den Ausgleich der kopflastigen Zahlungsbilanz zu tun.

Zwei Professoren hatten die Gutachten im Auftrag der mit einer Ausfuhr von 51 Prozent stark von den Auslandsmärkten abhängigen Maschinenbauindustrie erstellt. Seit Mitte Februar lagen sie wohlverwahrt in den Verbandsschubladen, obwohl ein Sprecher des Verbandes die Aussichten einer Klage vor dem Verfassungsgericht auf Grund der Gutachten als sehr erfolgversprechend bezeichnete. Die Frage, warum die Klage denn noch nicht eingereicht sei, obwohl die Maschinenbauer die von Bonn eingeräumte Schonzeit bis zum 23. Dezember 1968 auf Grund der langen Lieferfristen in der Regel nicht ausnutzen konnten, ist unbeantwortet.

Was bleibt, ist der unangenehme Eindruck, mit der Präsentation der bis dahin ungenutzten Gutachten just zu diesem Termin sollte ein Druck auf Bonn ausgeübt werden, eine Erhöhung des außenwirtschaftlichen Absicherungssatzes auszusetzen. Doch der Verband weist diesen Vorwurf weit von sich: "Alles nur Zufall." Wirklich nur Zufall? hh