Nur ein kleiner Teil jener Milliarden ist bisher wieder abgeflossen, die vor zwei Wochen in die Bundesrepublik kamen. Die Banken stöhnen unter einer beispiellosen Geldfülle. An den Börsen gehören Briefkurse der Vergangenheit an; die Aufwertungsspekulanten steigen in Wertpapiere um.

Die Bundesbank, schweigsam wie lange nicht mehr, hat diesem Treiben passiv zugesehen. Sie hat keine Aktivität entfaltet, das Geld wieder ins Ausland zu schicken. Ihr einst wirksames Instrument, die Banken mit Hilfe einer billigen Kurssicherung zum Geldexport anzuspornen, hat sie bisher nicht wieder eingesetzt; aus Furcht davor, daß die Kurssicherung zur neuen Spekulation mißbraucht werden könnte.

Mit dem Ergebnis, daß der deutsche Geldexport derzeit brachliegt. Denn eine Kurssicherung auf dem freien Markt ist teuer. So teuer deshalb, weil der Bonner Kabinettsbeschluß, die Mark nicht aufzuwerten, keineswegs als das "ewige" Wort angesehen wird. So bleibt uns die Geldfülle erhalten.

Sie zu neutralisieren, etwa durch eine Erhöhung der Mindestreserven, ist im höchsten Maße fragwürdig. Was nutzt es, wenn die Bundesbank Geld einsperrt, den Zins hinaufschraubt und damit neues Geld aus dem Ausland anlockt? Wenn die Bundesbank die Kabinettsentscheidung nicht, sabotieren will, darf sie im Augenblick nichts tun. Anderenfalls geht sie auf Kollisionskurs mit Bonn. my