Charles de Gaulle hatte sich erbittert gegen die Übernahme französischer Unternehmen durch ausländische, vor allem amerikanische Konzerne gewehrt. So auch im Fall des Konzerns der Familie Schneider – den französischen "Krupps".

Fast einhunderttausend Arbeitskräfte sind in den verschiedenen Werken dieses Unternehmens beschäftigt. Über vier Milliarden Mark setzt der Konzern jährlich um, dessen Schwerpunkte in den Bereichen der eisenschaffenden, elektrotechnisehen, elektronischen und nuklearen Industrie liegen.

Schon 1963 bemühte sich der belgische Baron Edouard-François Empain um eine Fusion seiner Gruppe mit den Schneiders. De Gaulle sah die Unabhängigkeit eines großen französischen Unternehmes bedroht, zumal hinter Empain der amerikanische Weltkonzern "Westinghouse Electric" stand, und griff ein.

Er favorisierte natürlich eine "französische Lösung" der Schwierigkeiten bei "Schneider", eine Fusion mit der französischen Gesellschaft "Alsthom".

Empain mußte sich mit einem Anteil von 25 Prozent an der Konzernholding und mit einer 60prozentigen Beteiligung an der elektrotechnischen Tochtergesellschaft "Jeumont-Schneider" begnügen. Zudem mußte er sich verpflichten, seine Beteiligung an Schneider nicht weiter auszubauen.

Garant einer Lösung im Sinne de Gaulles schien der heute 67jährige Roger Gaspard, der auf Intervention der Regierung zum Konzernchef bestellt wurde.

Nun, eine rein "französische Lösung" scheiterte, und eben dieser Gaspard wurde am 11. Mai dieses Jahres, genau 14 Tage nach dem Rücktritt seines Herrn und Gönners, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Regierung vom Verwaltungsrat abberufen. Der Grund: Gaspard widersetzte sich dem Wunsch Empains, seinen 60prozentigen Anteil an "Jeumont-Schneider" an die amerikanische Firma "Westinghouse" zu verkaufen. Da auch die Vertreter der Familie Schneider an einer engeren Verbindung mit den Amerikanern interessiert sind, hatte Gaspard die Mehrheit gegen sich.