Sehr sehenswert:

"Accident – Zwischenfall in Oxford", von Joseph Losey. Ein Film über die Liebe mit vierzig. Zwei gutsituierte Ehepaare – die Männer dozieren in Oxford –, ein fortgeschrittener Student, eine ausländische Studentin, eine ehemalige Geliebte. Ihre Beziehungen sind so diffus wie intensiv. Die Erotik ist nicht fixiert auf einen einzelnen, man erfährt, daß man auswechselbar ist. Niemand tritt mehr unbelastet in eine Beziehung ein, in jeder spiegeln sich andere Verhältnisse. Ein Gefühl von de ja vu bestimmt alles: Man weiß, was geschehen wird, und läßt es geschehen. Der Film macht die Unsicherheit spürbar durch zahllose Details, ein überraschendes Stottern, eine Kameraoperation, die die Perspektive befremdlich verändert, oder eine Verschachtelung der Zeit. Das Drehbuch schrieb Harold Pinter nach einem Roman von Nicholas Mosley. Besetzt ist der Film vor allem in den männnlichen Rollen (Dirk Bogarde, Stanley Baker, Michael York) hervorragend.

"Chronik der Anna Magdalena Bach" und "Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter", von Jean-Marie Straub. "Week-End", von Jean-Luc Godard. "Geraubte Küsse", von François Truffaut. "Zwei Freundinnen", von Claude Chabrol. "Paris gehört uns", von Jacques Rivette. "Gertrud", von Carl Th. Dreyer. "Schande", von Ingmar Bergman. "Falstaff", von Orson Welles. "I a Man", "Bike Boy" und "The Nude Restaurant", von Andy Warhol. "The Thin Man – Der Unauffindbare", von W. S. Van Dyke.

Im Fernsehen: "My Little Chikadee" (1940), von Edward F. Kline, WDR III am 31. Mai. "Der Prozeß" (1963), von Orson Welles, SWFIII am 31. Mai. "Boudu, sauvé des eaux" (1932), von Jean Renoir, Bayern III am 1. Juni.

Sehenswert:

"Jagdszenen aus Niederbayern", von Peter Fleischmann. Der Film ist das Ergebnis einer doppelten Umsetzung: von Realität in Theater und zurück. Fleischmann, dessen erster Spielfilm dies ist, behielt die bühnenmäßige Struktur des Stückes bei und staffierte es mit unterschiedlichem Glück realistisch aus. Zu den besseren Szenen gehören die, in denen die dörfliche Gemeinschaft sich selbst repräsentiert, wo in den Formen der Repräsentation etwas von der Wirklichkeit greifbar wird. Andererseits hat der Film den Gesichtern auch der Laiendarsteller Synchronstimmen beigegeben, die mit leichter Dialektfärbung die Sprechweise der Dörfler imitieren sollen. Die Sprache ist nicht länger Teil der Menschen selbst. Eher als die dörfliche Wirklichkeit reproduziert der Film den Blick des Städters auf sie.

"Detektive", von Rudolf Thome. "Michael Kohlhaas, der Rebell", von Volker Schlöndorff. "Mercenario, der Gefürchtete", von Sergio Corbucci. "Bullitt", von Peter Yates. "Der Partyschreck", von Blake Edwards.