Zu Hause ist es schön, es ist aber auch sehr gefährlich: Zwischen Herd und Kellertreppe geschehen doppelt soviel Unfälle (11 000 im Jahr tödlich) als zwischen Maschine und Lieferhalle (4800 im Jahr tödlich). Es ist also gar kein. Wunder, daß Kriminalromanautoren Nebenbuhlerinnen und lästige Ehefrauen oft gern hinaus- oder hinabstoßen lassen; ihre Mörder kennen die Statistik: 83 Prozent aller tödlichen Unfälle zu Hause sind Stürze. Aber nicht nur das läßt schaudern: Es ereignen sich drei- bis viermal mehr Stürze auf ebener Fläche als von Treppen oder Leitern hinab.

Als letzte Steigerung jährlicher Sturzzahlen wurden 13,3 Prozent gemessen.

Meine Familie und ich bestätigen die Wahrhaftigkeit solcher Zahlen.

Der Achtjährige kam in die Küche gelaufen. Er wollte zeigen, wie ungeheuer. rot er im Gesicht wird, wenn er die Luft anhält. Die Mutter warnte: "Laß das! Davon bekommt man Nasenbluten." Der Sohn kippte indessen langsam und mit unbeschreiblich törichtem Gesichtsausdruck nach hinten um und knallte mit dem Kopf gegen die Speisekammertür. Dann verdrehte er die Augen.

Die Mutter beugte sich, erschrocken, so plötzlich hinab, daß sie sich den Rücken verzerrte. Als sie sich, verzerrt, wieder aufrichten wollte, rutschte sie ab und stürzte auf die rechte Hand.

Der Hausarzt notierte: eine Gehirnerschütterung (Sohn), ein geschienter verstauchter kleiner Finger (Mutter), eine Behandlung gegen Rückenschmerzen (Mutter).

15 Prozent aller Menschen, sagt die Statistik der Weltgesundheitsorganisation, müssen einmal im Jahr eines Unfalls wegen zum Arzt. Danach müßten jetzt, auf unsere Kosten, ein paar Dutzend Menschen jahrelang zu Hause unfallfrei leben. sy