Mit erstaunlichen Vorschlägen überrascht die Albingia Versicherungs-AG, Hamburg, ihre Aktionäre. Für 1968 soll es neben der üblichen Dividende von 16 Prozent einen Bonus von 2 Prozent geben. Gleichzeitig wird eine Kapitalerhöhung um 6 auf 21 Millionen Mark vorgeschlagen, wobei 3 Millionen aus Gesellschaftsmitteln genommen werden sollen, die anderen 3 Millionen werden den Aktionären zu pari angeboten. In der Praxis bedeutet dies eine Kapitalerhöhung zum Ausgabekurs von nur 50 Prozent. Schon heute kann als sicher gelten, daß auch auf das so aufgestockte Kapital eine Dividende von 16 Prozent verteilt werden wird. Die jungen Aktien sind sogar rückwirkend ab 1. Januar 1969 gewinnberechtigt.

Natürlich schüttet die Albingia ihr Füllhorn nicht ohne Grund über ihre Aktionäre aus. Sie hat Rücksicht auf ihren englischen Großaktionär (Guardian Assurance Company Limited) zu nehmen, der vom englischen Schatzamt nur dann die Genehmigung zum Kauf der zur Übernahme der jungen Aktien notwendigen Devisen erhält, wenn das neu investierte Kapital innerhalb von drei Jahren wieder nach England zurückfließt. Und das wird in etwa erreicht. Die jungen Aktien verzinsen sich zu 32 Prozent, und wenn man dann noch den Bonus von 2 Prozent für 1968 hinzurechnet, haben die Aktionäre nach drei Jahren ihr Geld schon bis auf einen kleinen Betrag zurückerhalten. Einen derartigen Kraftakt kann sich nur ein ertragstarkes Unternehmen leisten. Und dazu ist die Albingia zu rechnen. Mit der breiteren Kapitalbasis will sich die Versicherung die Voraussetzung für eine weitere Expansion schaffen. Das gilt auch für ihre Tochtergesellschaft, die Albingia Lebensversicherungs-AG, die mächtige Anstrengungen unternimmt, um gegenüber dem Rekordjahr 1968 nicht abzufallen. Von der fondsgebundenen Lebensversicherung, wie sie kürzlich der Lebensversicherungsverband vorgestellt hat, hält man jedoch wenig. Einer Versicherung, bei der die Prämien nicht als Sonderausgaben abzugsfähig sind, gibt man wenig Chancen. K. W.