Der deutsche Hausschuh mußte sich in der Vergangenheit häufig gefallen lassen, in einem Atemzug mit dem Fernsehen genannt zu werden. Das schadete seiner Beliebtheit jedoch weniger als befürchtet worden war.

Eine Meinungsumfrage zerstreute alle Bedenken: Noch immer schlüpfen 80 Prozent aller Deutschen in die Pantoffeln, bevor sie die gute Stube betreten.

Die Dunkelziffer von 20 Prozent ist nicht weiter beunruhigend, zumal die Hälfte davon gelegentlich doch einmal Hausschuhe anzieht. Nur 10 Prozent aller Deutschen weigern sich beharrlich, als "Pantoffelhelden" aufzutreten.

Rund 71 Prozent aller Käufer wählen Handschuhe, weil sie bequem sind. Mit großem Abstand rangieren als weitere Wünsche an die Hersteller, daß die Hausschuhe warm (40 Prozent) und leicht (23 Prozent) sein sollen. Die Filzlatschen alter Art (mit oder ohne Blechschnalle) sind nicht mehr sonderlich gefragt, allerdings auch nicht auszurotten.

Nicht Reinlichkeit, sondern Bequemlichkeit ist also das Hauptanliegen der Mehrzahl der deutschen Hausschuhfreunde. Bequemlichkeit allein, so scheint es, aber reicht heute nicht mehr aus: Die Pantoffeln sollen mehr appeal bekommen.

Die junge Generation tendiert zu Freizeitschuhen. Diesem mehr modischen Trend werden die Hersteller in der nächsten Zeit mit Werbekampagnen und einem neuen Schuhtyp nachhelfen. Sie sind als erstes darangegangen, das muffige "Hausschuhimage" aufzupolieren: "Heimschuh" lautet jetzt die Devise. Mit Slogans wie "up to date" und – äußerst beziehungsvoll – "sexy daheim" soll der New Look weiter ausgeformt werden.

Ohnehin halten sich die Hausschuhhersteller für Stiefkinder der Schuhindustrie. Während die Fabrikanten von Straßenschuhen immer neue "Schuhgenerationen" kreieren, hilft den Hausschuhfirmen nur der Zahn der Zeit.