Als der amerikanische Handelsminister Maurice Stans im April dieses Jahres Europa besuchte, hieß es offiziell, er komme, um einen Handelskrieg zwischen der EWG und den USA zu verhindern. Seine Bekenntnisse zu einem freien Welthandel waren zahlreich und eindrucksvoll formuliert. Tatsächlich war er aber auf die Reise gegangen, um für ein weltweites Abkommen zur "freiwilligen" Selbstbeschränkung von Textilexporten in die USA zu werben.

Er selbst sah in solchem Reden und Tun keinen Widerspruch. Aber in Bonn und Brüssel stießen seine Pläne, die heimische Textilindustrie vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen, auf wenig Verständnis, und auch in Genf, beim Gatt, fand sein Vorschlag keine Gegenliebe.

Nun beteuert Stans wieder seine "besten" Absichten. Die Protektionisten im amerikanischen Kongreß, so warnt er die Welt, setzten ihn unter Druck und wollen für Textilien zwangsweise Einfuhrbeschränkungen einführen. Doch Stans weiß Hilfe. Wenn, so appellierte er an alle, sie innerhalb der nächsten 90 Tage freiwillig weniger Textilien in die USA exportierten, dann könne er protektionistische Eingriffe verhindern. Aber sonst...

Man kann es auch anders ausdrücken: Stans stellte ein Ultimatum. rb