Vor kurzem monierte der Bundesrechnungshof, viele Firmen versuchten Rüstungsaufträge mit Hilfe pensionierter Generäle zu ergattern. Die höchsten deutschen Kassenkontrolleure fürchten um die Objektivität der Bonner Beschaffungsmilitärs für den Fall, daß frühere Kameraden bei ihnen um Aufträge anklopfen. Die Bedenken kommen nicht von ungefähr. In den USA gibt es unerfreuliche Beispiele.

Eines lieferte die Flugzeugfirma Lockheed. Das Unternehmen lebt zu über 90 Prozent von den Rüstungsaufträgen des Pentagon und hat sich deshalb eine starke Lobby von Ex-Generälen zugelegt.

Diesem Team gelang es nicht nur, für Lockheed den Auftrag für den bisher größten Truppentransporter C5A hereinzuholen, sondern auch – in vorzüglicher "Zusammenarbeit" mit dem Pentagon – lange Zeit zu verschleiern, daß sich das Projekt zu einer katastrophalen Fehlkalkulation ausgewachsen hatte: statt 11,2 Milliarden Mark wird es über 20 Milliarden Mark kosten.

Als der Skandal ruchbar wurde, rückte Washington schnell von seinen bisherigen Schützlingen ab. Als erstes wurde eine Hubschrauberbestellung im Wert von 3,5 Milliarden Mark rückgängig gemacht. Die Lockheed-Aktie rauschte in den Börsenkeller.

Man sollte von amerikanischen Erfahrungen lernen, auch von schlechten. hh