Von Horst G, Steinmeyer

JANUAR, FEBRUAR, MÄRZ: Unabhängig voneinander melden sich bis zum letzten Tage der Meldefrist die stud. jur. S, M, B, Sch, H und St der Universität Marburg mit Unterlagen eines acht-, neun- und mehrsemestrigen Studiums beim Justizprüfungsamt in Frankfurt zum Examen. Die Fahrt nach Frankfurt (die juristische Abteilung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Marburg zählt knapp 1200 Studierende, hat aber bis heute kein Justizprüfungsamt) sichert persönliche und wohlwollende Abfertigung durch einen Verwaltungsangestellten. Prüfungsgebühr 150,– Mark. Rückfahrkarte Marburg–Frankfurt 14,40 Mark. S, M, B, Sch, H und St sind Examenskandidaten.

APRIL: Am 20. Zustellung der Aufgaben für die sechswöchige Examenshausarbeit.

MAI: Die Kandidaten arbeiten an der Lösung der gestellten Probleme, gehindert teilweise nur durch peinlich einzuhaltende Öffnungszeiten der Institute, durch das Verbot, Bücher über Nacht am Arbeitsplatz stehen zu lassen, und durch "revolutionäre" Bemühungen ihrer Kommilitonen, unter anderem an diesen Dingen etwas zu ändern.

JUNI: Abgabetermin am 4., Poststempel entscheidet. Portokosten 1,70 Mark; Kosten für das Binden der Arbeit 3,– Mark. Es geht – bis auf die Kandidaten – alles in die Ferien. Diese harren der offiziellen Verlautbarung über die Termine für die Klausuren. Gerüchte besagen: Anfang Juli, Ende Juli, Anfang August.

JULI: Am 26.: Ladung zu den Klausuren am 13., 14., 16. und 17. August im Landgericht Marburg.

Kandidatin S gibt ihren Sohn zu ihrer Mutter. Kandidat St läßt seine Schwiegermutter kommen.