ZEITSPIEGEL – Seite 1

"Nichts ist unmöglich."

Eugene A. Cernan

Apollo-10-Astronaut

"Wir Deutsche können eine Menge lernen."

Kurt Georg Kiesinger

nach seiner Rückkehr aus Japan

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ZEITSPIEGEL – Seite 2

"Dieser Wahlspeck kann jedoch so ranzig werden, daß das ganze Volk die Nase davon voll bekommt." Karl Schiller

zu Kiesingers Währungspolitik

"Die Deutsche Bank ist nun einmal nicht das deutsche Volk, obwohl viele Deutsche in Unternehmen arbeiten, die von der Deutschen Bank kontrolliert werden."

Professor Herbert Giersch

Mitglied des Sachverständigenrates zur

Begutachtung gesamtwirtschaftlicher Entwicklung

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ZEITSPIEGEL – Seite 3

"Das Grundgesetz ist kein Unterschlupf, in dem wir behaglich abwarten können, bis in Deutschland bessere Zeiten kommen."

Willy Brandt

"Die Sudetendeutschen Tage sind Wegmarken der Antwort eines gesunden Volkes auf die geistige und permanente Zersetzung unserer moralischen und politischen Positionen."

Walter Becher

Sprecher der Sudetendeutschen

"Jede unbewachte Palme ist eine Fünfte Kolonne." Hugh Fraser

britischer Unterhausabgeordneter

ZEITSPIEGEL – Seite 4

über die Frontlage in Biafra

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"Das größte Brachland dieser Erde liegt in den Köpfen." Schlagzeile

in der "Deutschen Gärtnerbörse"

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"Halt’s Maul und werde erwachsen!"

Prinz Philipp

ZEITSPIEGEL – Seite 5

Gemahl der englischen Königin

zu einem studentischen Zwischenrufer

Parteirekorde

Die Mitgliederzahl der tschechoslowakischen KP erreichte jetzt ihren absoluten Tiefstand seit 1961. Wie die kommunistische Wochenzeitung Zivot Strany berichtet, beträgt die Parteistärke nur noch 1,65 Millionen. Allein von Januar bis März verließen rund 12 000 Tschechoslowaken die Partei. Sie wurden entweder relegiert oder traten freiwillig aus. Einen derartigen Exodus kannte die KPC seit 1955 nicht mehr. Im gleichen Zeitraum sank der Mitgliederzuwachs mit 4035 auf die niedrigste Quartalsquote seit 1952. Der Vorsitzende der Parteikontrollkommission, Milos Jakes, führt dies auf die "Beschmutzung des eigenen Nestes" zurück.

Unerwünschte Wahlhilfe

Der trotzkistische Linksaußen-Kandidat bei den französischen Präsidentschaftswahlen, Krivine, einer der Führer bei den Mai-Unruhen des vergangenen Jahres, ist über seinen Kompagnon aus besseren Revolutionstagen, Cohn-Bendit, nicht gerade begeistert. Eine telephonische Kandidatenbefragung über Radio "Europe I" benutzte der Rote Dany, um Krivine auf den anarchistischen Zahn zu fühlen: Krivine beteuerte, er wolle nicht zum "Mai-Kandidaten" gestempelt werden, und lehnte es auch für den Fall eines trotzkistischen Sieges ab, Cohn-Bendit zum Premierminister zu ernennen. Cohn-Bendit hält jedoch sein Angebot aufrecht.

Sofa-Sorgen

ZEITSPIEGEL – Seite 6

In ihrer jüngsten Ausgabe fordert die sowjetische Jugendzeitung Komsomolskaja Prawda ein besseres staatliches Erziehungsprogramm als bisher. Bemängelt wird von der Zeitschrift auch das schlechte Vorbild der Erwachsenen. Grund dafür ist die hohe Zahl jugendlicher Kriminaldelikte in der Sowjetunion. Eine Befragung ergab, daß die meisten der straffällig gewordenen Kinder sich ihre dürftigen Rechtskenntnisse aus Kriminalromanen und Dostojewskis Schuld und Sühne zusammenlesen. Komsomolskaja Prawda schließt mit einem dringenden Appell an die sowjetischen Familien. Die Eltern, so meint das Blatt, sollten weniger Karten spielen und nicht so viel auf dem Sofa herumliegen.

Beamtenbataille

Statt wie üblich ihre Büro-Siesta zu pflegen, traten in Rom mehrere hundert Beamte in einen wilden Streik. Sie stürmten das Gebäude des Finanzministeriums, verriegelten die Türen und hängten ein Schild vor das Haus: "Das Ministerium ist besetzt." Danach zerschnitten die tatenlustigen Beamten die Reifen der im Hof parkenden Fahrzeuge und krönten ihre befreiende Tat mit einem wilden Hupkonzert. Viele Römer behaupten nun, sie hätten ihre Beamten noch nie so fleißig gesehen.

Ende des Wettrüstens

Die Regierung von Andorra strich aus Ersparnisgründen sämtliche Militärausgaben im nächsten Staatshaushalt. Auch den generösen Scheck der amerikanischen Lokalzeitung Pittstown Mercury, der die Haushaltslücke decken sollte, sandten die Andorraner dankend zurück. Lawrence Douglin, republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus: "Ein erfrischender Schritt zur Beendigung des Wettrüstens." Die gestrichenen Etatmittel betrugen umgerechnet 20 Mark und wurden bisher für die Beschaffung von Salutmunition verwendet.