Der Anteil der Antibabypille am Geschäft der Schering AG, die unter den Produzenten der Hormonpräparate nicht nur in der Bundesrepublik eine führende Stellung einnimmt, wird meist überschätzt. Im Geschäftsjahr 1968, in dem der Konzernumsatz um 23,8 Prozent von 594,5 auf 736,2 Millionen Mark stieg, entfielen 15 Prozent des Umsatzes auf die Kontrazeptiva, obwohl Schering auf diesem Markt in der Bundesrepublik einen Marktanteil von 60 Prozent und auf dem Weltmarkt ohne die Vereinigten Staaten und den Ostblock von 40 Prozent hat.

Bezogen auf die weibliche Bevölkerung ist die Häufigkeit der Verwendung der Antibabypille in Deutschland und den USA jetzt annähernd gleich, nachdem die ärztliche Verordnung dieses Präparates in der Bundesrepublik noch einmal kräftig zugenommen hat. Dagegen hat sich die Zunahme der Verwendung im Ausland merklich verlangsamt. Auf verschiedenen Märkten scheint ein Sättigungsgrad erreicht zu sein. Über die Zukunftsaussichten dieses Marktes, insbesondere über die Entwicklung längerfristig wirksamer Kontrazeptiva, schweigt sich der Geschäftsbericht aus.

Auch auf den anderen Arbeitsgebieten – Pflanzenschutz, chemische Wirkstoffe, Galvanotechnik und Industriechemikalien – wurden beträchtliche Umsatzsteigerungen erzielt. Vor allem die in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften meldeten gute Abschlüsse, so daß die Erträge aus diesen Quellen von 0,8 auf 2,9 Millionen Mark stiegen.

Durch Ausnutzung aller Abschreibungsmöglichkeiten und durch eine konsequente Rationalisierung stieg der Gewinn von Steuern stärker als der Umsatz – um 33 Prozent von 106,3 auf 141 Millionen Mark. Auf Grund dieses guten Ergebnisses hat Schering zum viertenmal hintereinander die Dividende um ein Prozent erhöht, diesmal auf 20 Prozent. mh

Ausführliche Besprechung folgender Firmen in der nächsten Ausgabe "Der Volkswirt", Frankfurt/M., Nr. 22/69: Wintershall AG; Glanzstoff; Allgemeine Deutsche Philips; Chevron-Gruppe; Salamander; Klein, Schanzlin & Becker; Paulaner-Salvator-Thomasbraeu; Gefa Ges. für Absatzfinanzierung; Deutsche Genossenschaftskasse; Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank; Hannoversche Landeskreditanstalt – Niedersächsische Wohnungskreditanstalt – Stadtschaft.