Von Willi Bongard

Wesentlich und qualitativ veränderte, zukünftige Kunst ist nur imaginabei als immateriell und invisibel. Nur unsichtbare Kunst wird sichtbar verändern!"

Diese Sätze von Bernhard Höke, einem jungen deutschen Künstler, der auf dem letzten Kölner Kunstmarkt mit einer "Kunstwegwerfmaschine" Aufsehen erregte und als "Deutschlands konsequentester Kunstlaborant" apostrophiert wird, finden sich im Katalog zu der Ausstellung im Frankfurter Kunstverein "35 Künstler in Frankfurt". Höke hat sich an dieser Ausstellung mit neun "Exponaten" beteiligt. Der Sammler, der es auf den Erwerb eines dieser Exponate abgesehen haben sollte, wird sich im Frankfurter Kunstverein vergebens danach umschauen, denn die Arbeiten Hökes sind unsichtbar.

Kunst als Ware

Bei den unsichtbaren (Phantasie-)Produkten des Bernhard Höke handelt es sich nicht etwa um einen Sonderfall künstlerischer Extravaganz, sondern um einen typischen, wenn auch vergleichsweise bescheidenen Beitrag zu der neuesten Spielart aktueller Kunst, die von der Kunstkritik mit Bezeichnungen bedacht worden ist wie "Impossible Art", "Idea Art", "Conceptual Art", "Invisible Art", "Anti-Illusion" ...

Selbst die konservativsten Kunstkritiker können inzwischen nicht mehr umhin, sich mit diesem (vorerst) letzten Schrei zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen, sei es ironisierend ablehnend, sei es unentschlossen lächelnd, sei es nachdenklich zustimmend.

Bisher sind es immerhin sechs Museen diesseits wie jenseits der Atlantiks, die es für notwendig gehalten haben, dieser neuesten Kunstrichtung ihre Pforten zu öffnen, darunter das New Yorker Whitney Museum und die Kunsthalle Bern. Den deutschen Freunden und Sammlern aktueller Kunst bietet sich gegenwärtig im Krefelder Museum Haus Lange mit der Ausstellung "Vorstellungen nehmen Formen an: Werke – Konzepte – Vorgänge – Situationen – Informationen" die Gelegenheit, sich über das Angebot der neuesten Kunst zu informieren.