Wirtschaft

Phoenix: Quadratur des Kreises

Mit der Einführung einer 2. Marke ist der deutschen Reifenindustrie der Einbruch in die Domäne der Importeure gelungen. Hatten die Importreifen 1967 einen Marktanteil von 28 Prozent errungen, so ist er inzwischen auf 15 Prozent zurückgegangen.

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DIE ZEIT

Kiesingers Beschönigung

Der Bericht des Bundeskanzlers über die Lage der Nation im gespaltenen Deutschland hat wenig Aussicht, in die Reihe der bedeutenden Dokumente deutscher Politik aufgenommen zu werden.

Muschelei um ein Gesetz

Fast zu lange hat sich der Bundestag Zeit gelassen, bis er die Auflage des Bundesverfassungsgerichts erfüllte und das Parteiengesetz änderte.

Linksradikaler Meinungsterror

Asher Ben Nathan, Israels Botschafter in Bonn, ist zweimal in der vergangenen Woche an deutschen Universitäten schändlich behandelt worden.

Aktion à la Kambodscha

Er könnte einen zum Lachen reizen, wenn er nicht zum Weinen wäre: der Fall Kambodscha. Die CDU hat es präzise hingezirkelt: Die Hallstein-Doktrin wurde so revidiert, daß Bonn die Beziehungen zu DDR-Anerkennern nicht mehr selber abbricht, sondern diese dazu bringt, den Abbruch ihrerseits zu vollziehen.

Warten auf Pompidou?

Georges Pompidou ist Staatspräsident, aber nicht einfach der Nachfolger des Generals. Er ist bestenfalls der Erbe. Die Substanz des Gaullismus wird sich unter seiner Präsidentschaft verändern.

ZEITSPIEGEL

Der Architekt Jens Peter Wiese aus Esbjerg hat die dänische Regierung auf Schadenersatz verklagt. Wiese war 1946 als Kriegsgewinnler zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Hilfe für die Kreml-Tauben?

Wie stets in der kommunistischen Politik, sind die eigentlich bedeutsamen Aspekte auch bei der kommunistischen Weltkonferenz in Moskau nicht den öffentlichen Bekanntmachungen zu entnehmen gewesen.

Das Ende der Einheit

In revolutionärem Rot und in allen Weltsprachen leuchtete die proletarische Einheitsparole von der Bühne des Kreml-Kongreßsaales am Dienstag abend, ehe sich die Parteichefs aus 75 Ländern auf die Heimreise begaben.

Die Union: fest geschlossen

Die Union ist dabei, einen Ruf zu verlieren. Sie galt lange Zeit als eine Partei, die sich durch mangelnde Geschlossenheit auszeichnete und ihre Energien im internen Streit erschöpfte.

Die zweite Tet-Offensive

Die Vietcongs haben der militärischen Tet-Offensive nach gut einem Jahr eine politische Tet-Offensive folgen lassen. Überraschend konstituierte die Nationale Befreiungsfront eine provisorische Revolutionsregierung für die von den Vietcongs kontrollierten Gebiete Südvietnams.

Guttenbergs Verzicht

Der parlamentarische Staatssekretär im Kanzleramt, der CSU-Abgeordnete Karl Theodor zu Guttenberg, hat aus gesundheitlichen Gründen seinen Schreibtisch räumen müssen.

Polizei als blamierter Büttel

Wieso eigentlich? Entweder war die Entscheidung der "Üstra" – gedeckt durch die Behörden –, die Fahrpreise zu erhöhen, gerechtfertigt oder sie war falsch.

Kampf um den Quai d’Orsay

Bald wird sich zeigen, welches Geschenk das Schicksal und General de Gaulle dem neuen Staatspräsidenten damit machten, daß es zu dieser dramatischen und auf jeden Fall unsicheren Form der Wachablösung kam.

Die Mogeleien der Militär-Moguln

Im Lande des Überflusses feiert die Verschwendung für militärische Projekte wahre Orgien. Das ergibt sich aus immer neuen Enthüllungen in einer Untersuchung, die ein aus beiden Häusern des Kongresses zusammengesetzter Ausschuß unter dem demokratischen Senator William Proxmire zur Zeit anstellt.

Bis zum vorletzten Mörder

Dem Oberstaatsanwalt Adalbert Rückerl sieht man nicht an, ob er froh ist über die Entscheidung des Bundestages, die Verjährungsfrist für Mord um weitere zehn Jahre zu verlängern.

Volk ans Gewehr!

Den Ausrutscher des Sprechers der deutschen Kriminalbeamten griff Bild begierig auf.........................................

Aktion Gemeinsinn

Der rote Punkt traf mitten ins Schwarze. Die Aktion, die sich unter dem Zeichen des Punktes aus der Demonstration entwickelt hatte, führte erstmals in der Bundesrepublik junge und Ute Bürger aller politischen Überzeugungen im Protest zusammen.

Menschen im Hafen: Lüth sieht alles

Der Stromaufseher Gerhard Lüth starrt zweiundvierzig Stunden in der Woche aufs Wasser, auch nachts. Er trägt einen goldenen Streifen am Ärmel seiner Uniform.

Braun wie NPD

Seit einigen Wochen erfährt Bundesinnenminister Benda täglich alles.’ Jeden morgen gegen zehn Uhr wird ihm ein mehrere Seiten starker, meist im Telegrammstil abgefaßter Bericht vorgelegt, der ein nahezu lückenloses Bild von der, wie es im Fachjargon heißt, inneren Sicherheit der Bundesrepublik und der Lage an den Grenzen, besonders an der Demarkationslinie zur DDR, entwirft.

Oma kommt gleich

Auf den ersten Blick ist es eine Neubausiedlung wie manche andere: Lehmspuren auf den Straßen, Unkrauthügel zwischen frisch bezogenen Wohnblöcken, das Einkaufs- und Ärztezentrum erst im Bau.

Ein Klingelpütz-Souvenir gefällig?

Der Klingelpütz, Kölns berüchtigtes Strafgefängnis im Herzen der Stadt, steht leer. Seit dem 3. Juni ist die Stadt Eigentümerin des abbruchreifen Gebäudes und eines Geländes von 26 300 Quadratmeter.

Rollentausch in Paris

Die Bildung einer "provisorischen Revolutionsregierung" in Südvietnam durch die Nationale Befreiungsfront (NLF) hat die Pariser Friedensgespräche nicht zum Stocken gebracht.

Schütz: Reise nach Polen

Der Regierende Bürgermeister von Westberlin, Klaus Schütz, ist am Montag von einem viertägigen Besuch Polens zurückgekehrt. Es war das erstemal, daß der Regierungschef eines Bundeslandes ein Land des Ostblocks besuchte.

Hungeralarm für Biafra

Droht Biafra in zwei Wochen eine neue gigantische Hungerkatastrophe, bei der – wie im vorigen Jahr – 6000 Menschen täglich sterben? Diese Frage stellte sich bei Wochenbeginn, als nach dem Internationalen Roten Kreuz (IRK) auch die "Paritätische Hilfeaktion der Kirchen" sämtliche Versorgungsflüge in das notleidende Ibo-Land einstellte.

Dokumente der ZEIT

Auszüge aus der Erklärung Bundeskanzler Kiesingers über die Lage der Nation;

Strauß: Kampf gegen "links"

Arm in Arm und keineswegs als "feindliche Brüder" von gestern oder morgen traten Bundeskanzler Kiesinger und sein Finanzminister Strauß am vorigen Wochenende vor dem CSU-Parteitag in München auf.

KP-Welttreffen endete mit Mißklang

Ohne die von der Kremlführung erhoffte Einmütigkeit ist am Dienstag in Moskau das Welttreffen der kommunistischen und Arbeiterparteien zu Ende gegangen.

Gromyko ohne Fortune

Der viertägige Besuch des sowjetischen Außenministers Gromyko in Kairo hat wohl die Position des ägyptischen Staatspräsidenten Nasser gestärkt, kaum aber etwas zur Auflockerung der diplomatischen Fronten in Nahest beitragen.

Pompidou im Elysee

Der Nachfolger de Gaulles beruft Chaban-Delmas zum neuen Ministerpräsidenten

Handkes Dramaturgie

Die Literaturgeschichte dient oft genug, dazu, als Börse für sogenannte Ewigkeitswerte zu fungieren: Barockwerte etwa haben in den letzten Jahren spürbar angezogen, Klassiker wurden schwächer notiert, andere Epochen unterlagen heftigen Kursschwankungen.

dumm, schlecht, denkfaul, was?

Sollte das Gespräch wahrheitsgemäß überliefert worden sein, so kann man sich auch vorstellen, wie es geführt wurde. Beide haben bestimmt gelächelt, als sie die heiligen Kühe des Abendlandes, Frankreichs und aller Romanisten gesprächsweise schlachteten.

Kiesinger und die Geishas

Es ist seine erste Japanreise, und er verdankt sie. dem deutschen Bundeskanzler. Nicht, daß dieser ihn persönlich eingeladen hätte – für die Spesen kommt seine Zeitung auf – aber ohne jenen weitsichtigen Entschluß des Kanzlers, dem Land der aufgehenden Sonne noch vor den Wahlen einen Besuch abzustatten, hätte ein herzleidender Chef niemals gesagt: "Mensch, Klapperer, fliegen Sie doch für uns nach Japan.

Peter O. Chotjewitz:: Die Geschichte vom gemachten und ungemachten Mann

Hier soll nun berichtet werden von zwei Männern, die wenig oder gar nichts verstehen von Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sich kaum darum bemühen und keine Zeit dazu haben, die aber zwei lebendige Beispiele dafür darstellen, wie es, hinter diesem Wandschirm von Idealen und Ideologien, in Einzelfällen um die wirtschaftliche und soziale Wirklichkeit selber bestellt ist.

FILMTIPS

"Edipo Re – Bett der Gewalt", von Pier Paolo Pasolini. Der Film hat die Struktur zweier ineinander verschlungener Ringe oder einer Spirale.

Zurück an die Front!

Konsequent bis zur Selbstaufgabe steuert der neue sozialistische Vorstand des Verbandes Deutscher Studentenschaften das VDS-Schiff, das er auf der Mitgliederversammlung in Göttingen gerade erst – streng scheindemokratisch – gekapert hatte, in den Orkus, das heißt, um beim SDS-Jargon zu bleiben, zurück an die Basis.

ZEITMOSAIK

Im Alter von fast achtzig Jahren starb in Schmalenbek (bei Hamburg) der Allround-Schriftsteller, Kabarettist, Philologe, Humorist, Literaturkritiker und Sachse Hans Reimann.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Hugo Wolf: "Italienische Serenade – Penthesilia – Der Feuerreiter – Lieder"; Evelyn Lear, Thomas Stewart, Wiener Symphoniker, Wiener Jeunesse-Chor, Leitung: Otto Gerdes; Deutsche Grammophon Gesellschaft 139 426/27 SLPM, 50,– DM.

Seelen von der Stange

Wo ist der Unterhaltungsroman, der deutsch und doch nicht dämlich wäre? Diese Frage gehört seit mindestens anderthalb Jahrhunderten zum ständigen Repertoire der deutschen Feuilletons.

Teure prachtvolle Luft

Zwei Gespanne, jedes bestehend aus acht schweren Rossen, versuchen offenbar vergeblich, zwei eiserne Halbkugeln auseinanderzuziehen, die zwar nur aufeinandergelegt worden waren, jedoch fest aneinanderhaften, weil aus dem hohlen Innenraum, den die Halbkugeln bilden, die Luft fast völlig herausgepumpt worden ist.

KRITIK IN KÜRZE

"Echnaton – Gott und Pharao Ägyptens", von Cyril Aldred. Siebzehn Jahre dauerte die Regierung Echnatons – wenn man die Zeit, da er nur Mitregent neben seinem Vater Amenophis III.

Herausforderung des Yves Klein

Ich habe nicht die Absicht, den beiden Verrissen des Yves Klein, die bislang in der ZEIT erschienen, einen weiteren Verriß beizugesellen.

Die Stärke des Erstaunens

Wer Joseph Wittlin nicht kennt, kennt die polnische Literatur nicht oder kennt sie nur oberflächlich. Der dreiundsiebzig Jahre alte und heute in Amerika lebende Lyriker und Erzähler gehört seit über vierzig Jahren zu ihren Klassikern.

Das "Dritte China"

Zweihundert Tote und siebentausend Verhaftete – das ist die vorläufige Bilanz der seit Mitte Mai zwischen Malaien und Chinesen in Malaysia herrschenden Auseinandersetzungen.

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