Wirtschaft

AUS UNTERNEHMUNGEN

zeichnen. Der Umsatz stieg von 83 6 auf 96 4 Millionen Mark einschließlich Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer. Damit ist vorerst der Marktanteil gegenüber der überaus harten Auslandskonkurrenz behauptet worden, wenn auch teilweise zu Lasten der Rendite.

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DIE ZEIT

Mit Hammer und Zirkel

Endlich hat Bonn sich entschlossen, dem langweiligen wie langwierigen Flaggenstreit ein Ende zu machen. Zur Zeit arbeiten vier Staatssekretäre den Text für eine Kabinettsvorlage aus, nach der bei internationalen Wettkämpfen in der Bundesrepublik die DDR-Fahne und die Becher-Hymne geduldet werden sollen.

Selbstbewußte Union

Auch mit ihrem Programm für die nächste Legislaturperiode, das Anfang Juli auf einem Wahlkongreß verabschiedet werden soll, demonstriert die CDU Selbstbewußtsein.

Koalition im Krebsgang

Es läßt sich nicht länger leugnen: Wir haben in diesem Wahljahr 1969 nicht nur ein Koalitionsproblem, wir haben obendrein auch ein Kanzlerproblem.

Dialog der Giganten

Anfang August, so hat es Präsident Nixon vorgeschlagen, sollen in Wien oder Genf die Verhandlungen der beiden Weltmächte über die Begrenzung ihrer Raketenrüstungen beginnen.

Frankreichs schneidiger Premier

Jacques Chaban-Delmas hat stets versucht, den Gaullismus und die Vierte Republik in Einklang miteinander zu bringen. So geschah es auch jetzt, bei der Bildung der Regierung, deren Premierminister er geworden ist und in der sich diese Mischung noch bewähren muß.

ZEITSPIEGEL

Die Freien Demokraten haben ein unbestreitbares Talent, sich an den heiligsten Gütern der Nation zu vergreifen. Nicht einmal vor dem kostbaren Image jenes Automobils, das in Baden-Württemberg produziert wird und von dessen Kühlerhaube der gute Stern auf allen Straßen leuchtet, machten sie halt.

Ins Auto wie auf einen Thron

Es scheint ein für alle Male geregelt zu sein, daß im französischen Fernsehen Barockmusik verwendet wird, sobald es sich um Staatsangelegenheiten handelt.

Gomulka wartet auf ein Zeichen

Nach jahrelanger Weigerung, in der Ostpolitik der Bonner Großen Koalition etwas anderes als bloße methodische Abwandlungen einer stets gleichen „Revanchepolitik“ zu sehen, sind in Warschau Zweifel an dieser Interpretation wachgeworden.

Zum Schutze der Bürger

Wer auf Bonner Cocktail-Partys mit Politikern ins Gespräch kommt, dem passiert es leicht, daß ihm mehr oder weniger vertraulich die letzten Umfrageergebnisse mitgeteilt werden.

Der lange Marsch zum Frieden

Wieder ist vom Krieg die Rede, von der vierten großen Schlacht zwischen Israelis und Arabern. Schon vor zwei Jahren hatte ein Funke genügt, um den schwelenden Brand in ein Flammenmeer zu verwandeln.

Wolfgang Ebert:: Die Jet-Set-Revolution

Peter und Bärbel sind zwar für die Revolution. Aber erfreulicherweise auch für den Luxus, für das elegante Leben. Sie kleiden sich nach der neuesten Mode und sind immer vergnügt – außer wenn sie auf die trostlosen Zustände in den bolivianischen Zinngruben oder auf die Solidarisierung mit den Lohnabhängigen zu sprechen kommen.

Wilsons Kapitulation

Der Tragödie folgte das Satyrspiel. Kaum hatte der Premierminister Wilson vor den Gewerkschaften kapituliert, die keine staatlichen Eingriffe in ihre Hausordnung dulden wollen, als die Hausmacht der Gewerkschaftsführer, die für die Einhaltung der Ordnungsvorschriften sorgen wollen, auch schon auf die Probe gestellt wurde.

Die Liberalen geben sich sanft

Walter Scheel kultivierte in Nürnberg seine liebenswerteste Schwäche: die Unfähigkeit zu mitreißendem Pathos. Immer dann, wenn seine Zuhörer einen großen rhetorischen Aufschwung erwarteten, wich der FDP-Vorsitzende in die pfiffige, ironische Bemerkung aus, und manchmal machte er auch vor dem Kalauer nicht halt.

Weder Krone noch Thron

Willy Brandt hat in einem Interview für den Fall einer Fortsetzung der Großen Koalition „die Klärung von Widersprüchen, die sich aus der Richtlinienkompetenz des Kanzlers und der Eigenverantwortung der Minister ergeben“, verlangt.

Neue Hungersnot in Biafra

Drei Millionen Ibos im Dschungel-Kessel von Biafra sind abermals vom Hungertod bedroht. Nachdem das Internationale Rote Kreuz und die Vereinigte Kirchenhilfe wegen der Operationen der nigerianischen Luftwaffe ihre Versorgungsflüge eingestellt haben, wurden die restlichen Lebensmittel in Biafra streng rationiert.

Angstwahl in New York

Auch bei den Vorwahlen um das Amt des Bürgermeisters von New York bestätigte sich der politische Trend, der schon beim Präsidentenwahlkampf im letzten Jahr sichtbar wurde: Liberale und erfahrene Kandidaten werden von Aspiranten besiegt, die sich auf der breiten Woge von Furcht und Ressentiments in hohe politische Ämter tragen lassen möchten.

Nixon unter Druck

Präsident Nixon hat sich zum erstenmal seit seiner Amtsübernahme von den Gegnern des Vietnamkrieges in die Inge treiben lassen.

Dokumente der ZEIT

Ich war vor vierzehn Tagen Gast eines Unternehmers in meiner Heimat, der über allerlei Dinge klagte und mir plötzlich sagte: Die jungen Arbeiter, die aus der Bundeswehr zurückkehren, sind in Ordnung.

FDP im Rundum-Angriff

„Der Bundeskanzler ist ein Mann der halben Einsichten, der halben Lösungen und der großen Fiktion“, mehr noch: „ein Mann vieler großer leerer Worte.

Rückzug – aber wie?

Fünf Jahre lang ist Amerika einem Schemen nachgelaufen. Es wollte mit einer begrenzten Kriegführung ein totales politisches Ziel erreichen: die Schaffung einer gegen allen Druck von außen gefeiten, vorher nichtexistenten südvietnamesischen Nation.

Der verbotene Protest

Am 27. September vorigen Jahres führte die Stuttgarter Polizei als „Auftrag präventiver Art“ Beobachtungen bei einer Wahlversammlung der NPD im Gustav-Siegle-Haus durch, um Strafhandlungen von Jugendlichen gegen das Versammlungsgesetz zu protokollieren.

Ruhe über Riem

Der Münchner Flughafen wird für drei Wochen gesperrt – Umleitung per Autobus

Der rote Punkt hatte Erfolg ...

Uns ist nichts eingefallen, wie wir aus den Sachzwängen herauskommen können“, hatte Hannovers Oberstadtdirektor Martin Neuffer noch am fünften Tag der Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhung der öffentlichen Verkehrsmittel in Hannover bekannt.

Deutscher Bauer mit dänischem Paß

Der Altbauer Hans Peter Asmussen kann aus seiner Altenteilwohnung in Pepersmark auf die deutsch-dänische Grenze sehen. Seit 1640 sitzt seine Familie nordwestlich von Flensburg auf dem 150 ha großen Hof, der zur Hälfte in Dänemark und zur anderen Hälfte in der Bundesrepublik liegt.

Susanna badet englisch

Nirgends findet sich ein Hinweis, daß Händel je in Göttingen gewesen ist, und dennoch wird er nirgends mit solch ausdauernder Begeisterung gepflegt wie gerade in Göttingen: seit 1920 gibt es dort – mit wenigen Ausnahmen – alljährlich wiederkehrende Festspiele, seit 1931 eine eingetragene Händel-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „das Werk Georg Friedrich Händels, insbesondere insoweit es weniger bekannt ist, in repräsentativen Aufführungen und soweit als möglich in originaler Gestalt wiederzugeben, um seine Lebenskraft zu prüfen und den Heutigen nahezubringen.

Das große Ganze und die kleine Minderheit

Nehmen wir an, da lebte (in einer künftigen Hauptstadt am Hoangho oder am Kongo) Anno 3000 ein Archivar, der den Versuch unternähme, mit’Hilfe von Filmmaterialien die Ereignisse des Jahres 1969 zu rekonstruieren.

Pendereckis Priester-Passion

Man hatte Außerordentliches erwartet. Seit zehn Jahren gehört ja der Pole Krzysztof Penderecki zu den berühmten, spätestens seit der Uraufführung seiner Lukas-Passion, also seit 1966, zu den wenigen weltberühmten Komponisten seiner Generation.

Ganz anders in Stuttgart

Die Stuttgarter Aufführung, zwei Tage nach der Hamburger Penderecki-Premiere, ist ein entscheidendes Korrektiv. Sie fördert Qualität des Werks zutage, die aus der Partitur zuvor zu ahnen, in Hamburg jedoch völlig verunklart war.

Reiseerfahrungen

Vön dem guten Dutzend Journalisten, das die kanadische Regierung zur Eröffnung des National Arts Centre nach Ottawa geladen hatte, war einer weder des Englischen noch des Französischen mächtig.

Petra Kipphoff:: Wie man in Deutschland bildende Kunst studiert

Allenthalben werden die deutschen Hochschulen „verunsichert“. Kunststudenten führen den Kampf, wie hier auf dem Bild in München, mit dem ihnen eigenen Werkzeug oder, wie unlängst in Nürnberg, wo sie sich als ungebetene Gäste zur Konferenz von Rektoren und Präsidenten der westdeutschen Kunstakademien einstellten, nach den inzwischen allenthalben üblichen Methoden.

Toter Hund

Die Wege des Ordnungsrechts sind seltsam. Mit großem Aplomb unterzeichneten die Ministerpräsidenten am 27. März dieses Jahres den Staatsvertrag für ein einheitliches Ordnungsrecht an den deutschen Hochschulen.

Figaro-Nachlese

Der Salzburger Festspielpräsident Paumgartner hat eine Lieblingsidee: Gar zu gern würde er die zwei Figaro-Opern – Rossinis „Barbier von Sevilla“ und „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart – durch den letzten Teil der Beaumarchais-Trilogie komplettieren.

Kunstkalender

Ein schlechter Titel! Natürlich ist es trotzdem gut, die Hügel-Ausstellungen „Kunst aus fremden Ländern“ einem breiten Publikum schmackhaft zu machen: 5000 Jahre Indische und Ägyptische Kunst, 7000 Jahre Kunst im Iran, sogar Koptische Kunst sind Themen, für die man die Öffentlichkeit interessieren kann.

Berliner Studienassessorin gemaßregelt

Vor vier Jahren hätte sich kein Mensch um diese Angelegenheit gekümmert – und sie hätte auch niemanden interessiert!“ erklärt mir ein Berliner Beamter, der in der Senatsverwaltung für Schulwesen die Disziplinarsachen besorgt.

Helga in Spanien

Das Wunder des Lebens vollzieht sich täglich, von elf Uhr morgens bis Mitternacht, nun schon sechs Monate lang. Es liefert den Cineasten Grund zu der Frage, warum es ein Filmkunstwerk sei und in einem Filmkunsttheater aufgeführt werden müsse, es liefert den spanischen Müttern Grund zur Intervention beim Lehrer oder Pfarrer.

Dämliches

Erstes Damenkabarett in Deutschland: in Stuttgart. Damen machen Kabarett. Damen. APO-Damen gibt es nicht, also sind es die Damen von gestern, die sich heute immer noch so nennen, oder solche von heute, die sich so wie gestern nennen.

Polemik à la Neuss

„Er spricht Manger-Deutsch, lacht wie Tegtmeier über seine eigene Scheiße, schreibt für die Münchner Abendzeitung Artikel aus der Bildzeitung ab, läßt sich von der Quick bezahlen, von Tilman Fichter und den Jacob Sisters informieren, lügt also das Blaue vom Himmel, und sagt, es wäre Rotes.

Theodor W. Adorno:: Kritik

Über Kritik in ihrem Zusammenhang mit Politik soll einiges gesagt werden. Da jedoch Politik keine in sich geschlossene, abgedichtete Sphäre ist, wie sie etwa in politischen Institutionen, Prozeduren und Verfahrensregeln sich manifestiert, sondern begriffen werden kann nur in ihrem Verhältnis zu dem Kräftespiel der Gesellschaft, das die Substanz alles Politischen ausmacht und das von politischen Oberflächenphänomenen verhüllt wird, so ist auch der Begriff der Kritik nicht auf den engeren politischen Bereich zu beschränken.

FILMTIPS

„Chronik der Anna Magdalena Bach“ und „Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter“, von Jean-Marie Straub. „Edipo Re – Bett der Gewalt“, von Pier Paolo Pasolini.

ZEITMOSAIK

Was durch Kunstwerke jetzt in uns erregt wird, ist außer dem unmittelbaren Genuß zugleich unser Urteil, in dem wir den Inhalt, die Darstellungsmittel des Kunstwerks und die Angemessenheit und Unangemessenheit beider unserer denkenden Betrachtung unterwerfen.

Krieg und Liebe

Krieg und Liebe bezeichnet man gern als die beiden Angelegenheiten, die das Leben des Mannes am stärksten bestimmen. Kein Wunder, daß Autoren beide Themen oft des Doppeleffektes wegen zu kombinieren versuchen.

Großer alter Mann

Die Stockholmer Jury, neuerdings auch in Skandinavien heftig kritisiert, vergibt ihre Nobelpreise seit Jahren zwar an durchaus verdiente und ehrenwerte Autoren, aber offenbar nach einem Schlüssel, der unter den Nationalliteraturen eine Art UNO-Proporz zu etablieren sucht.

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