Die altehrwürdige und bis dato noch größte Zechengesellschaft des Ruhrreviers zieht einen Schlußstrich unter ihre Bergbauvergangenheit. In der Hauptversammlung werden die Aktionäre gebeten, der Übertragung des Zechenvermögens auf die Ruhrkohle AG zuzustimmen. Danach soll auch ein neuer Firmenname die Zukunft ohne Kohle dokumentieren. Aus der alten GBAG wird eine moderne Gelsenberg AG, deren Aktivitäten im Mineralölbereich, in der Petrochemie, im Stromgeschäft und im Handel liegen.

Der Bergbau der GBAG wird komplett abgegeben bis auf die Großkraftwerke und die Grundstücke. Daß die Essener Verwaltung des Konzerns, der nun bald kein Zebra mehr sein wird, so lange mit ihrem Beitritt zur Ruhrkohle AG gezögert hat, liegt auch bei diesem Unternehmen daran, daß nach den umfangreichen Stillegungen und Rationalisierungen der vergangenen Jahre die Kohle im Gelsenberg-Konzern gegenwärtig kein Ballast mehr ist. In den Zechen wird gutes Geld verdient.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Bergbau einen ansehnlichen Beitrag zum erwirtschafteten Ergebnis gebracht. Genaue Größenordnungen wollte der Vorstand – entgegen früheren Gepflogenheiten – nicht nennen. Aber auf die Frage, ob die 7prozentige Dividende auch ohne den Bergbau hätte gezahlt werden können, kam ein uneingeschränktes „Ja“ vom Vorstand. Bei der gegenwärtig guten Ertragslage der Zechen müsse – so hieß es – immerhin berücksichtigt werden, daß allein die Subventionen des Bergbaus im letzten Geschäftsjahr einen Betrag ausmachten, der etwa dem des ganzen Bilanzgewinns der GBAG entspricht.

Daß die künftigen Dividenden eines Konzerns ohne Kohle eher besser werden, wurde optimistisch betont. nmn