Einen Pfennig verdiente die Deutsche Lufthansa im letzten Jahr, wenn sie eine Tonne Nutzlast einen Kilometer weit transportierte. Im Jahr davor hatte sie jeweils einen Pfennig zuschießen müssen.

Die Pfennige summierten sich 1968 zu insgesamt 20,7 Millionen Mark. Die Gewinne der Tochtergesellschaften und einige andere Erträge hinzugerechnet, ergab sich so ein Jahresüberschuß von 28,6 Millionen Mark, von dem die Aktionäre allerdings wie in den Vorjahren keinen Pfennig sehen werden.

Im Geschäftsbericht heißt es lapidar: „Die gemäß Paragraph 82 f EStDV vorgenommenen Sonderabschreibungen auf das Sachanlagevermögen heben das Gesamtergebnis steuerlich wirksam auf.“

Ein Bonbon für die freien Aktionäre, die 17,6 Prozent des Aktienkapitals halten, soll daher das Angebot sein, ihre Aktien in stimmrechtslose Vorzugsaktien umzutauschen, auf die eine Dividende von fünf Prozent garantiert wird. Die Hauptversammlung wird darüber zu entscheiden haben.

Immerhin: Fünf Prozent Dividende auf das gesamte Aktienkapital würden 20 Millionen Mark kosten, für die Vorzugsaktien genügen dagegen 3,5 Millionen Mark. Ersparnis für das Unternehmen, wenn der Großaktionär Bund auf Ausschüttung verzichtet: 16,5 Millionen Mark.

Der Vorstand bestritt allerdings, daß das Umtauschangebot die Vorbereitung für eine Kapitalerhöhung sei. Vorstandsmitglied Culmann: „Wir haben nicht die Absicht, in Kürze das Kapital zu erhöhen.“

Vor drei Jahren hieß es noch anders. Damals plante der Vorstand; das Aktienkapital bis 1970 in zwei Raten um 300 Millionen Mark aufzustocken. Diesmal meint Culman nun, im Verhältnis zu anderen Fluggesellschaften sei die Hansa ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet.