Mehr Spielzeug und mehr Elektronik möchte die britische Kronkolonie Hongkong in Zukunft in die Bundesrepublik exportieren. Das erklärten Vertreter der Handelsdelegation, die vor kurzem die Bundesrepublik besuchten.

Doch bislang liefert Hongkong im wesentlichen Textilien. Ein Volumen von 225 Millionen Mark oder 68 Prozent der gesamten Exporte Hongkongs in die Bundesrepublik nahmen 1968 Waren der Textil- und Bekleidungsindustrie ein. Und wahrscheinlich wäre dieser Anteil noch höher, gäbe es nicht die freiwilligen Selbstbeschränkungsabkommen.

Sowohl für bestimmte Baumwollerzeugnisse wie für Wollstrickwaren aus Hongkong gelten diese Handelshemmnisse in „freiwilliger“ Form, die man bei den USA strikt ablehnt, in der Bundesrepublik im Falle Hongkongs aber seit 1967 praktiziert.

Damals fühlte sich die deutsche Bekleidungsindustrie vor allem von billigen Wollpullovern aus Hongkong bedroht. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt und die Quoten des Abkommens wurden bei einzelnen Produkten gar nicht voll ausgenutzt.

Zum Teil ist das auch eine Folge der engen Auslegung des Abkommens durch die britischen Behörden, die sich in Hongkong „preußischer als die Preußen“ erweisen. So jedenfalls formuliert man bei der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels, der an einer Aufhebung der Abkommen gelegen ist.

Neben Textilien hat sich Hongkong bisher vor allem auf die Herstellung von Schuhwerk spezialisiert. Für 20 Millionen Mark wurden 1968 Schuhe, vor allem Sandaletten, in die Bundesrepublik exportiert. Das sind sechs Prozent der gesamten Ausfuhr in die Bundesrepublik, die sich auf 330 Millionen Mark belief. Nach den USA und Großbritannien ist die Bundesrepublik der drittstärkste Abnehmer von Hongkong-Waren.

Dagegen stehen wir im Export von Waren nach Hongkong hinter Japan, China, den USA, Großbritannien und Formosa erst an sechster Stelle. Vor allem chemische Erzeugnisse und Maschinen tragen zu dem deutschen Exportvolumen von 265 Millionen Mark bei.